Bürzelkrone aus Hochblättern Schwertförmige Blätterkranz Sammelfrucht mit ledriger Rinde und warzigen Schuppen Sicht auf Plantagenbeete

Ananasanbau

auf den

Philippinen



 Der westliche Beobachter ist tief beeindruckt, wenn er - zum Beispiel in der Nähe von General Santos City - eine Ananas-Großplantage in Augenschein nehmen kann. Selbst wenn man auf den Jeepney steigt, kann man oft die Grenzen der kilometerweiten „Krautfelder“ nicht ausmachen. Unendlich lange, nach Reifegrad der Pflanzen farblich abgestufte Reihenbeete bieten sich dem Auge des Betrachters. Mitgefühl mit den Hunderten schwer in der Hitze arbeitenden Farmarbeiter  kommt auf. Der Ananasanbau trägt jedoch maßgeblich zu den Exporterlösen der Philippinen bei, deshalb verdient er Beachtung.  

Produktionsdaten 

Die weltweite Produktion von Ananas (1) belief sich im Jahre 2001 auf knapp 14 Millionen Tonnen. Circa 1,6 Millionen Tonnen wurden 2001 auf den Philippinen produziert, das nach Thailand (2,3 Mio. t) damit weltweit Rangplatz 2  unter den Produktionsländern einnimmt.  Ebenfalls Rangplatz 2 (21 %) – hinter dem Bananenanbau (62 %) – nimmt der Ananasanbau auch in der inländischen landwirtschaftlichen Produktion von Früchten und Nüssen ein. Die Ananas-Anbaufläche auf den Philippinen wird auf knapp 44.000 Hektar geschätzt. Mehr als siebzig Prozent dieser Fläche liegen in den Provinzen von Nord- und Süd-Mindanao. Etwa 30 Prozent der Ananas-Produktion gehen in den Export, hiervon etwa ein Drittel als Frischfruchtexport, zwei Drittel als industriell weiterverarbeitete Produkte.  

Aufbau der Pflanze

Die etwa einen Meter hohe, kurzstämmige  Ananaspflanze gehört zur Familie der Bromelien. Während die meisten Bromelien aber auf Bäumen wachsen, handelt es sich bei der Ananas um eine Bodenfrucht. Ihre Gestalt erinnert an Agaven. Sie blüht nur einmal und ist eine Sammelfrucht. Aus dem dicken, fleischigen Stamm entwickelt sich ein aus mehreren Etagen bestehender  Rosettenkranz von 30 – 50 steifen grünen Blättern. Der Rosettenkranz leitet das Regenwasser zur Pflanzenmitte und bildet so einen Wasserspeicher aus. Die etwa sechs Zentimeter breiten und bis zu einem Meter langen Blätter sind wie scharfspitzige Lanzetten ausgebildet.  Ursprünglich waren die Blattränder zum Schutz gegen äsende Tiere mit starken Dornen versehen. Bei moderneren Kulturpflanzen hat man jedoch die Randstacheln weggezüchtet.  

Etwa 15 – 22 Monate nach der Anpflanzung entwickelt sich aus der Mitte der Blattrosette  ein 10-15 cm langer Blütenstand  mit 100 – 200 purpurroten Einzelblüten, die sich später im Fruchtstand mit Fruchtknoten, Tragblättern und Blütenachse zu einer fleischigen Gesamt- oder Sammelfrucht wieder vereinigen.

 Nach der Blüte bildet sich im Verlauf von fünf bis sechs Monaten die Frucht aus. Sie ist mit Bürzel im Durchschnitt dreißig Zentimeter hoch und kann in Ausnahmefällen bis zu 10 kg schwer werden. Die im Handel befindlichen Früchte sind jedoch nur 1-2 kg schwer. Im reifen Zustand hat die hellbraun-rote Frucht hat eine lederne, nicht essbare Rinde mit spiralförmig angeordneten, viereckigen „Schildaugen“, die jeweils die Position einer Einzelblüte markieren. Im philippinischen  Märchen (2) wird die Ananas auch als "Frucht mit den 1000 Augen" bezeichnet. Das ist zwar sehr anschaulich, bei maximal  200 Einzelblüten aber etwas übertrieben. Man sagt, je ausgeprägter die Augenbildung, desto schmackhafter die Frucht.  Das saftige, angenehm duftende Fleisch ist gelb-rötlich. Die Fruchtmitte ist leicht verholzt und im Regelfall nicht essbar. Gekrönt wird die Frucht von einem Bürzel oder Schopf. Er besteht aus blütenlosen Hochblättern. Die Bürzelkrone kann für Neubepflanzungen verwendet werden.

Arten

Die Ananas, die ursprünglich in Brasilien beheimatet war, dann aber mit den Spaniern ihren Weg in die Karibik und nach Asien fand, kennt viele Arten und Unterarten. Die „Smooth Cayenne“ (Hawaii-Art) hat wegen ihrer Saftigkeit den größten Zuspruch gefunden. Ihr Normalgewicht ist 2 – 3,6 kg. Ihre Blätter weisen keine Stacheln auf. Früher galt sie als krankheitsanfälliger und transportempfindlicher als die „Red Spanish“ (auch „Native Philippine Red“), die etwas rundlicher und kleiner ist und eine gröbere Fleischstruktur aufweist.  Die „Queen- Art (Formosa) entwickelt einen kleineren, spitz zulaufenden Fruchtkörper (0,4 – 1 kg), ihre Blätter haben Stacheln.

Ernährungswert

Wie ist der Ernährungswert zu beurteilen?  Als saftige Frucht enthält die Ananas natürlich viel Wasser (ca. 86 %). Der Kaloriengehalt ist eher gering (etwa 50-56 Kalorien auf 100 g Fruchtfleisch). Neben dem hohen Vitamin C-Gehalt ist es aber insbesondere das eiweißspaltende Ferment Bromelin, das die Frischfrucht interessant macht. Bromelin regt die Verdauung an, hemmt Entzündungen und fördert die Durchblutung. Das Ferment ist jedoch kein Fettkiller. Von reinen Ananas-Abmagerungsdiäten ist sowieso abzuraten. Leider geht bei der industriell produzierter  Dosenananas und Dosensäften durch Verarbeitung und Lagerung das Vitamin C verloren und das Bromelien-Ferment  kann seine Wirkung nicht entfalten. Stattdessen wird der Konsument oft abgestraft durch einen ausdruckslos zuckrigen, vielleicht auch metallischen Geschmack der konservierten Frucht.

Anbau und Ernte 

Optimale Wachstumsbedingungen findet die Ananas im tropischen Tiefland bei sandig-lehmigen Böden im Temperaturbereich von 18 – 35 °. Ist das Klima zu kalt, erntet man säuerliche Früchte – ist das Klima zu heiß, können die Ananasfrüchte fade-süß schmecken. Der Boden sollte keine Staunässen bilden, eventuell sind Entwässerungskanäle auszuheben. Die Frucht ist relativ dürretolerant, der Regenfall  sollte sich über das Jahr  – wie auf Mindanao – gut verteilen.  

Die Ananas wird regelmäßig vegetativ vermehrt. In Betracht kommen dabei die Kopfkronen von Altpflanzen  oder Wurzelschösslinge. Der farmmäßige Anbau gibt den -  den alten Blattachseln entnommenen - Schösslingen („slips“) den Vorzug, weil hier das Wachstum besser kontrollierbar ist. Es müssen nicht zwangsläufig neue Schösslinge sein, man kann auch Altpflanzen auf 2 – 3 Seitensprossen zurückschneiden. Die Ananaspflanze gestattet einen mehrfachen Erntezyklus, wobei allerdings die Früchte im Laufe der Zeit kleiner und krankheitsanfälliger werden. Zuvor hat man den Boden gepflügt, geeggt und zum Beispiel mit Mulch oder Ammoniumsulfat gedüngt. In Großplantagen kommen Setzmaschinen und schwarze Abdeckfolien zum Einsatz. Abdeckfolien mindern den Unkrautwuchs und damit  Hackarbeiten und den Einsatz von teuren Herbiziden. Die Pflanzen werden ein- oder zweireihig mit einem Pflanzabstand von ca. 30 cm gesetzt. Mit einer modernen Setzmaschine, die auch den Dünger in den Boden einbringt, kann man pro Tag etwa 5000 Jungpflanzen setzen, wobei die Zahl der Setzlinge sich pro Hektar zwischen 35.000 - 50.000 bewegt.  

Mit Hilfe von Ethrel oder auch Ethylen-Granulat kann man den Blühzeitpunkt der Pflanzen stärker synchronisieren. Beräucherung der Felder soll vor Nemotosen (Fadenwürmer)– Befall schützen. Der Einsatz von Pestiziden namhafter – auch bundesdeutscher  - Hersteller erfolgt bei gegebener Monokultur häufig und wird von einer kritischen Öffentlichkeit beklagt.  Bei der Ananas-Art „Smooth Cayenne“ wird der Reifegrad der Frucht nach einer siebenstufigen Farbskala festgestellt. „0“ bedeutet zum Beispiel, dass die Augen der Ananas noch ganz grün sind und keine gelbe Farbtönung aufweisen – bei Farbgrad „7“ ist die Frucht vorwiegend rot-braun und zeigt schon Anzeichen des Absterbens. Für den Frischfrucht-Export in weiter entfernte Regionen eignen sich mehr weniger reife Früchte, während Dosenfrüchte reifer sein können. Die Ernte kann per Hand, halb-mechanisch mit Transportbändern oder vollmechanisch mit Erntemaschinen erfolgen.  Die Handernte mit Spezialmesser und Fausthandschuhen ist eine harte, schweißtreibende Arbeit. Der Hektarertrag liegt im Durchschnitt bei 36 Tonnen, es werden jedoch schon Spitzenerträge von 48 Tonnen erzielt. Die Ananas hat zwar eine dicke Schale, ist aber dennoch druckempfindlich. Deshalb muss nach der Aussonderung von Früchten mit Verletzungen, Krankheiten und Insektenschaden auf eine sorgsame Lagerung  geachtet werden. Bei Frischfrüchten sollte auch bei gewachsten Früchten eine Lagerzeit von 4-6 Wochen nicht überschritten werden. Als optimal gelten Lager- und Transporttemperaturen von 8-9 Grad. Bei Lagerung von unter 5 Grad bildet die Ananas schwarze Flecken aus. Tiefgefrorene Ananas verliert an Aroma und Geschmack.  

Erwähnen wir in diesem Zusammenhang noch kurz, dass es zwischen den Regierungen der Philippinen und Australiens derzeit einen Konflikt darüber gibt, wann die für den Export nach Australien bestimmten Frischfrüchte begast werden sollen. Die australische Regierung fordert eine Begasung vor der Verschiffung, während die philippinische Regierung eine „Onshore-Begasung“ auf australischem Boden wünscht, sonst würden die Früchte verderben. 

Verwendungsformen 

Weit mehr als die Hälfte der auf den Philippinen produzierten Früchte werden als Frischfrucht konsumiert. Aber es bieten sich darüber hinaus noch viele andere Verwendungsmöglichkeiten. Jedermann bekannt sind Ananasfrucht- oder Saftkonserven. Weiterhin fertigt man aus ihr Marmeladen und Süßwaren / Bonbons. Weniger bekannt ist die Weiterverarbeitung insbesondere von überreifen und schadhaften Früchten zu Ananas-Essig. Der Ananasessig findet mehr und mehr Zuspruch. Erwähnt wurde schon, dass die zu Brei verarbeiteten Abfälle als Viehfutter dienen können. Etwas aufwendiger ist die Verarbeitung der Ananas-Blattfasern zu Textilien. Es erfüllt einen Filipino mit Stolz, wenn er Träger eines aus Ananasfasern gefertigten Barongs ist. Weitere Ausführungen finden sich in meinem Artikel „Der Barong“. Wohl seltener ist der Einsatz des Saftes bei der Herstellung von Latexfarben, der Lederverarbeitung oder als Zartmacher oder „Tenderizer“ in der Fleischverarbeitung.  

Die marktbestimmenden Unternehmen  Del Monte Philippines und Dole 

In Thailand liegt der Anbau der Ananas vorwiegend in der Hand von Kleinbauern. Ganz anders stellt sich die Situation auf den Philippinen dar. Der Ananasanbau ist hier das Geschäft  von Multis – und hier insbesondere der Unternehmen Del Monte und Dole -, die rund 85 % der Anbaufläche bewirtschaften (3) 

Die California Packing Corporation – jetzt Del Monte Corporation (USA) – begann 1926 mit dem Plantagenanbau  auf Mindanao. Zwei Jahre später verfügte das Unternehmen schon über eine Anbaufläche von mehr als tausend Hektar. Später kamen Konservenfabriken hinzu. Die Methoden des Landerwerbs und die vorfindbaren Arbeitsbedingungen stießen auf Kritik und wurden als „frühkolonialistisch“ charakterisiert (4). Schwarzenacher/ Vinke (5) führen in diesem Zusammenhang aus:  

“Anwerber wurden und werden von den Agrarkonzernen in die Barrios geschickt, um die Bauern zur „Verpachtung“ ihres Landes an den Betrieb zu überreden. Zur Überzeugungstaktik gehörten große Geschenke, Alkoholgelage und Fahrten mit ausländischen Luxuswagen. Wer nach Monaten der „Freundschaft“ mit diesen Strohmännern und der Anhäufung von soviel „Utang na loob“ dennoch nicht verpachten wollte, wurde bedroht und eingeschüchtert. 300 bis 500 Pesos erhielt ein Landbesitzer pro Jahr für einen Hektar. Für das Großunternehmen war das lächerliche Summen. Die Bauern hatten jedoch keine Erfahrung mit soviel Geld. Außerdem wurden fast nie Verträge unterschrieben, und ein Teil der Auszahlung musste als Steuer wieder abgegeben werden…. Eine, wenn nicht reiche, so doch relativ zufriedene Landbevölkerung wurde auf diese Weise in eine Schar unterbezahlter Industrie- und Plantagenarbeiter verwandelt.“ 

Die Weltwirtschaftskrise führte zu Produktionseinschränkungen. 1941 wurden einige Ananasfelder in einen Flugplatz umgewandelt, den unter anderem General McArthur 1941 für seinen Flug nach Australien in Anspruch nahm. Nach Kriegsende wurde der Anbau, die Verarbeitung und Vermarktung  von Ananasprodukten weiter zielstrebig ausgeweitet. Dies gilt insbesondere für die sechziger Jahre, als auf Hawaii, dem bisherigen Hauptlieferungsland der Ananas, die Arbeitskosten stiegen und Anbauflächen knapp wurden. In den achtziger Jahren erwarb der Nahrungsmittel– und Zigarettengigant  JT Reynolds die Del Monte Corporation, trennte sich 1996 jedoch wieder von seinem Besitz. Heute gibt es heute zwei Hauptanteilseigner:

 (a)   zum einen die philippinische Macondray and Co. Inc., ein Tochterunternehmen der im Agrargeschäft  (u.a. Bananen) tätigen philippinischen Lorenzo-Unternehmensgruppe und

(b)   zum anderen die in Italien ansässige Cirio Del Monte NV.

Beide Unternehmen sind wiederum Hauptanteilseigner der Holdinggesellschaft Del Monte Pacific Limited, Singapur, die insbesondere die Markenrechte für Del Monte Dosenprodukte und –säfte auf den Philippinen und dem indischen Subkontinent besitzt. Hin und wieder findet man noch den Hinweis (6), dass die philippinische Del Monte  Company sich in amerikanischen Kapitalbesitz befände. Diese Information ist schon seit längerer Zeit unzutreffend.  

Del Monte betreibt durchaus Public Relation. Fast nicht zu ermitteln ist jedoch der Landbesitz auf den Philippinen. In älterer Literatur finden sich Angaben von 20.000 (7)  bez. 25.000 Hektar (8), wobei nicht spezifiziert wird, inwieweit es sich auch um angepachtetes Land  bez. Land von Vertragsbauern handelt. Vielleicht ist auch die Eigentumsfrage gar nicht mehr so relevant, denn die transnationalen Gesellschaften (TNC´s) wie Del Monte und Dolefil  praktizieren - auch vor dem Hintergrund einer vielleicht doch noch stärker greifenden Landreform - verstärkt das „Contract Growing“, das ihnen auch ohne Eigentumsrechte eine beachtliche Verfügungsgewalt über die Ananasproduktion und –vermarktung  einräumt. Man schließt langfristige Verträge (zehn Jahre und mehr) mit Bauern ab, in denen diese sich verpflichten unter ganz bestimmten Auflagen (Art der Früchte / Pestizid-Einsatz) Annanas für die Gesellschaft anbauen. Die Bauern werden mit den notwendigen „inputs“ beliefert, verkauft werden kann nur an die Vertragsgesellschaft. Der Präsident der philippinischen Bauernbewegung Rafael V. Mariano bewertete das Ergebnis wie folgt:

Massive indebtness ist he result fort he farmers while super profits are made by the TNC´s“ (Massive Verschuldung ist das Ergebnis für die Bauern, während die TNC´s Superprofite machen) (9) 

Im Jahre 2002 produzierte Del Monte Philippines 664.000 Tonnen Ananas, 1,5 Tonnen Ananas werden täglich zu Konserven verarbeitet. Die Hauptplantage, die man auch besichtigen kann, befindet sich in Bukidnon, 35 km südöstlich von Cagayan de Oro. Ihre Riesenfläche erstreckt sich über 9000 Hektar (= 90 km2 ), sie zählt zu den größten und produktivsten der Welt. Eine Dosenfabrik mit über 3000 Mitarbeitern ist angeschlossen. Camp Philips ist das größte der fünf Camps. Die Plantage verfügt nicht nur über Schulen (darunter eine internationale Schule), Kirchen und ein kostenfreies Krankenhaus für die Mitarbeiter – auf diesen sozialen Standard ist man stolz -, sondern auch über eine Lodge, einen eigenen Flugplatz und eine 18-Loch-Golfanlage. Die Ananasabfälle werden an 50.000 Rinder weiterverfüttert, deren Dung - neben anderen Düngematerialien - dann in die Ananasfelder wieder eingebracht wird.  

Die amerikanische  DOLE Company ist Anfang der sechziger Jahre in das große Agrargeschäft in den Philippinen eingestiegen und firmiert als Dolefil. Sitz der Gesellschaft ist die etwa 20 km nordwestlich von General Santos City gelegene Stadt Polomok. Hier liegt auch die - auf 650 Meter Höhe unterhalb des Mount Matatum gelegene -  Hauptplantage der Gesellschaft nebst Verarbeitungsbetrieben. Die Angaben über die Größe der Plantage differieren: Häufig werden 10.000 ha angegeben, ein Autor verweist auf 12.000 ha (t). Auch diese Plantage verfügt über ein luxuriöses Club House, ein Krankenhaus sowie einen gepflegten Golfplatz. Plantagen in den Städten Tupi und Tampakap kommen hinzu. Der Gesamtbesitz des Unternehmens  wird auf 20.000 ha geschätzt (10), wobei auch hier offen gelassen werden muss, ob nicht ein kleinerer Teil angepachtet wurde beziehungsweise von Vertragsbauern bewirtschaftet wird. Der Export der Gesellschaft soll sich auf 500.000 Tonnen Ananas im Jahr belaufen.  

Dolefil ist in den letzten Jahren mehrfach in der öffentlichen Kritik gestanden. Dies gilt im Hinblick auf die Wasserwirtschaft des Unternehmens und mögliche schädliche Nebenfolgen für die Agrarwirtschaft der angrenzenden Bauern. Beklagt wird auch der bei Monokulturen oft notwendige Einsatz von Agrarchemikalien. Terisita Oliveros (11) führt hierzu aus:

 „In the banana and pineapple plantations owned by Dolefil-Stanfilco in Mindanao, women agricultural workers are constantly exposed to pesticides and other agrochemicals used extensively in most operations of the plantation. The women are hired as ground sprayers, harvestors, canners and packers because “Women do not smoke and are “easier to handle.” (In den Bananen- und Ananas-Plantagen der Dolefil-Stanfilco auf Mindanao sind die weiblichen Landwirtschaftskräfte permanent Pestiziden und anderen Agrarchemikalien ausgesetzt, die auf den meisten Plantagen extensiv eingesetzt werden).

Andererseits verweist Dolefil mit einem gewissen Stolz darauf, dass man die Umweltschutznorm ISO 14001 sowohl im Bananen- wie auch im Ananas-Anbau erfülle. Häufig liest man von Streikandrohungen der beschäftigten Arbeitnehmer einerseits, Abwanderungsandrohungen des Unternehmens nach Thailand andererseits. Im Jahre 2001  zahlte  DOLEFIL seine Arbeiter nach einem neunstufigem Lohnschema:  168 Pesos täglich verdiente man in der untersten Lohngruppe, 384 Pesos in der obersten Lohngruppe. Angestellte mit Überwachungs- und Leitungsfunktionen erhielten zwischen 25.000 – 300.000 Pesos monatlich (12). Hinzu kommt noch ein Reis-Deputat, Zuschusszahlungen für Strom und Wasser, Wohnungszuschüsse sowie eine ertragsabhängige Bonuszahlung, auf die die Arbeitnehmer nach dem Landreformgesetz von 1989 Anspruch haben. Es gibt Hinweise, dass die zeitlich befristeten Kontrakt-Arbeiter einem stärkeren Lohndumping und Repressalien unterliegen (13). Roland Hanewald vertritt die Ansicht, dass die gewerkschaftlich gut organisierten Arbeiter bei Del Monte und Dole im Vergleich zu anderen landwirtschaftlichen Arbeitnehmern auf den Philippinen „nicht schlecht“ (14) verdienen. Aber gab es je schon ein allgemeines Einverständnis über den „gerechten“ Lohn?

 © Wolfgang Bethge, 2003 


 (1)  http//:www.GLOBAL  MARKET.htm

(2) In diesem Märchen wird ein etwas sorgloses Mädchen in eine Ananas verwandelt; Vgl. Dausien, Philippinische Märchen - Warum die Ananas Augen hat, 1978, S. 73

(3) The Philippine Fruit Network, in: http://www.bar.gov.ph/fruits/pinefp1.htm

(4) vgl. R. Hanewald, Bildatlas Philippinen, Ostfildern, 2001, S. 87

(5) L. Schwarzenacher / H.Vinke, Philippinen – Die unvollendete Revolution, Bornheim, 1987, S. 199

(6)  u.a. bei Maren Gaulke, Naturreiseführer Philippinen, S. 103

(7) Albrecht G. Schäfer, Philippinen, 1999, S.273

(8) L. Schwarzenacher / H. Vinke, Philippinen – Die unvollendete Revolution, Bornheim, 1987, S. 198

(9) Rafael V. Mariano, The Politics of Pesticides, 1999, in: http://www.mindfully.org./Pesticide/Politics-Of-Pesticides-Mariano.htm

(10) Albrecht G. Schäfer, Philippinen, 1999, S.273

(11) Terisita Oliveros, Impact of new world trade regime on peasant women in the Philippines, http://twnside.org.sg/regime-cn.htm

(12) Allen V. Estabillio, Dole Philippines workers vote to strike, in: Minda News, 14.09.2001

(13) Alfred A. Arayo Jr., Contractualization´s cruel face revealed, in: http:// www.cyberdyaro.com/features/2001_1211_03.htm

(14) R. Hanewald, Bildatlas Philippinen, Ostfildern, 2001, S. 87