Arbeitskräfte - Hauptexportgut der Philippinen

Sie arbeiten im Ausland als Kindermädchen, Haushaltshilfen, Krankenschwestern, Hotelangestellte, Friseure, Köche, Maurer, landwirtschaftliche Helfer, Seeleute oder Entertainer. Nach Mexiko sind die Philippinen weltweit das Land mit den meisten Arbeitsmigranten. Von den rund 88 Millionen Staatsbürgern leben und arbeiten 8,2 Millionen – also etwas mehr als neun Prozent - im Ausland. Man bezeichnet sie generell mit dem Kürzel OWFs (Overseas Filipinos Workers). Knapp vier Millionen gehören der Personengruppe der OCWs (Overseas Filipino Contract Workers) an. Ihr Aufenthaltsrecht ist an ein Arbeitsvisa gekoppelt und beträgt zwischen sechs Monaten und zwei Jahren. Daneben gibt es eine fast so starke Personengruppe von Auslandsfilipin@s, die über ein Daueraufenthaltsrecht verfügen, das nicht an eine Erwerbsarbeit geknüpft ist. Zu dieser Gruppe können also auch Nichterwerbstätige zählen.

Männer und Frauen sind unter den OCWSs annähernd gleichstark vertreten. Wer möchte da noch behaupten, dass Filipinas generell schüchtern und risikoscheu sind? Etwa vierzig Prozent arbeiten im weitesten Sinne in der Produktion, 35 Prozent verrichten eine Dienstleistung und 14 Prozent gehen einer qualifizierten Berufstätigkeit nach (1). Fast jeder zweite Vertragsarbeiter hat eine Arbeitsstelle im Nahen Osten (45 %), 21 % in Ostasien und nur 3 % in Nordamerika. Knapp siebzig Prozent der Auslandsfilipin@s mit Daueraufenthaltsrecht leben aber in den USA. Etwa sieben Prozent der OCWs arbeiten als Seeleute (2).

Die OWFs überwiesen 2006 etwa 12,6 Milliarden US $ über die formellen Zahlungskanäle in ihr Heimatland, das entspricht etwa zehn Prozent des Bruttosozialprodukts oder knapp 20 Prozent der Exporterlöse. Die Höhe der Auslandsüberweisungen liegt faktisch nach einer Schätzung der Zentralbank noch dreißig Prozent höher, da nicht alle Auslandseinkünfte über das Bankensystem laufen und damit registriert sind. Ein Wegfall dieser Zahlungen hätte für die Volkswirtschaft des Landes, das schon seit Jahrzehnten als „Kranker Mann Asiens“ bezeichnet wird, katastrophale Folgen im Hinblick auf das nationale Bruttosozialprodukt, die Stabilität des Pesos, Währungsreserven, Konsumausgaben und Arbeitslosenquote. Die vergangenen Jahre wiesen trotz stärkerer Arbeitsplatzkonkurrenz und strengeren Regulationen im Ausland stets Steigerungsraten auf und es bleibt abzuwarten, ob die Weltwirtschaftskrise in 2008 zu einem Zahlenrückgängen führt.

Bis 1997 wurden die Arbeitsmigranten von der philippinischen Regierung durch eine zusätzliche Besteuerung von zwei Prozent ihres Bruttolohnes bestraft, heute ist man sich dieses Wirtschaftsfaktors wesentlich bewusster. Man spricht von „modern-day heroes“ und schafft Hilfs- und Beratungsorganisationen im In- und Ausland wie zum Beispiel die Overseas Workers Welfare Administration (OWWA). Der OWWA ist es zum Beispiel gelungen, 30.000 Filipin@s bei Ausbruch des Irak-Krieges kurzfristig zu evakuieren.

Wege ins Ausland

Eine im Jahre 2002 durchgeführte Umfrage zeigte, dass jeder vierte Befragte am liebsten dauerhaft auswandern will, weil er im Land keine günstigen Entwicklungschancen sieht. Im Januar 2008 verzeichnete man eine Arbeitslosenquote von 7,4 % und eine Unterbeschäftigung von 18,9 % (3). Viele Universitätsabsolventen gehen einer nicht adäquaten Berufstätigkeit nach, deshalb ist in dieser Personengruppe der Auswanderungswunsch besonders stark ausgeprägt. Viele streben zunächst nur einen Zeitarbeitsvertrag im Ausland an. Der Nahe Osten bietet aber oft nur minder qualifizierte Arbeitsplätze an und gewährt kaum ein Daueraufenthaltsrecht.

Ins Ausland kommt man im Regelfall über eine registrierte oder nicht registrierte Vermittlungsagentur, mit einem Touristenvisa oder man schippert übers Meer wie im Falle von Malaysia. Nicht wenige Auslandsarbeiter arbeiten illegal oder mit einem kurzfristigen Besuchervisa, das nicht zur Arbeit berechtigt. Die philippinische Regierung beziehungsweise die ihr nahestehende Commission on Filipinos Overseas (CFO) schätzte die Zahl der „irregulären“ Aufenthalte Ende Dezember 2006 auf 875.000 ein. Wir wissen nicht, wie diese Zahl ermittelt wurde und wie genau sie sind. Der Gruppe der Irregulären wurden Personen zugeordnet, not properly documented or without valid residence or work permits, or who are overstaying in a foreign   country”. Die nachfolgende von uns auf der Basis von CFO-Daten erstellte Tabelle zeigt nicht nur die wichtigsten Zielländer sondern auch die auf einzelne Länder entfallenden „irregulären“ Aufenthalte (2). Mit einer relativ hohen Zahl rechnete man vor in den USA und Malaysia. Früher gehörten auch Japan und Korea zu den stärker betroffenen Ländern. Fast jeden Tag wird in philippinischen Zeitungen darüber berichtet, dass die Regierung von Malaysia illegal arbeitende philippinische Arbeiter abgeschoben hat. Allein im Zeitraum August bis November 2008 wurden 10.500 Filipin@s aus Malaysia deportiert(4)

 

Filipin@s in

Gastländern

Tausend / Dez.2006

 

Befristeter Arbeits-aufenthalt

 

 

Daueraufenthalts-genehmigung

 

IrregulärerAufenthalt (f)

 

Gesamt

 

 

 

 

 

Gesamt

3.802

3.556

875

8.233

davon

 

 

 

 

1. Saudi-Arabien

1.001

-

 18

1.020

2. UAE

  291

-

 20

  311

3. Kuwait

 133

-

 12

  145

4. USA  

 128

2.443

157

2.728

5. Hongkong

 121

    12

   3

  136

6 .Qatar

 116

-

  1

  117

7. Japan

 103

  125

 31

  258

8. UK

  93

   63

 10

  165

9. Malaysia

 88

   26

125

  239

10. Italien

 85

  23

 20

 128

11. Singapur

 75

  26

 38

 139

12. Südkorea

 51

  6

 14

  70

 

 

 

 

 

    Deutschland

 8

  44

  2

  54

    Österreich

 4

 24

  2

  30

    Niederlande

 3

14

  2

  19

 

Fügen wir zu Deutschland noch an, dass die Zahl der deutsch-philippinischen Eheschließungen in Deutschland, also der Heiratsmigration nach Deutschland, stark rückläufig ist. 1993 wurden noch 1042 Ehen nach Angaben des Statistischen Bundesamtes geschlossen. Im Jahre 2003 waren es nur noch 368 hier registrierte Ehen. Der Anteil der weiblichen philippinischen Zuwanderer lag 2004 bei 81 Prozent (5).

Vermittlungsagenturen

Die überwiegende Mehrzahl der Arbeitsmigranten nimmt die Vermittlungsdienste der vielen Job-Agenturen in Anspruch. Es gab 2007 mehr als 1360 registrierte Vermittlungsagenturen auf den Philippinen. Sie vermitteln mit Werbeslogans wie „Worldwide Jobs“ jährlich fast eine Million Arbeitsplätze. Ihr Entgelt richtet sich grundsätzlich nach der Anzahl der nachgefragten Arbeitskräfte, dem Qualifikationsgrad der Bewerber und der Vertragsdauer. Im Internet las man von Gebühren („job placement fees“) von 50.000 – 400.000 Pesos. Von Seiten der Regierung gibt es jedoch Bemühungen, die Vermittlungsgebühr auf ein Monatsgehalt zu beschränken. Agenturen fordern manchmal auch den Besuch von Schulungskursen oder geben Kredite aus und verdienen sich so ein Zusatzgeld. Es gibt seriöse, amtlich zertifizierte Agenturen und Agenturen, die in einer Grauzone operieren und nicht wenige illegale Vermittler. Eine amtliche Zertifizierung setzt u. a. eine Sicherheitsleistung von mindestens 45.000 US$ voraus.

Illegale Vermittler besitzen keine Lizenz oder haben diese verloren. Die philippinische Presse berichtet fast täglich von „Schwarzen Schafen“ unter den Agenturen. Einige Agenturen wurden unmittelbar nach dem Kassieren von Bearbeitungsgebühren aufgelöst. Manchmal werden auch nur fingierte Arbeitsplätze im Ausland angeboten, der ursprüngliche Arbeitsvertrag durch einen schlechteren ausgetauscht oder das ausgehändigte Visa entpuppt sich später nur als kurzfristiges Besuchsvisa. Andere Tricks – zum Teil auch der Arbeitgeber - sind das Einbehalten des Passes im Gastland oder Rückflugstickets, die nur „Dummys“ sind. Mitunter liegt kein detaillierter Arbeitsvertrag vor und der OFW ist zum Beispiel bei der Entgeltfestsetzung der Willkür seines Arbeitgebers ausgesetzt. Südkorea akzeptiert nur noch Vermittlungen durch eine Regierungsinstitution.

Psychische Belastungen

Der Wunsch im Ausland für mehr Geld zu arbeiten, ist so stark, dass auch minder qualifizierte Arbeit im Barackenlager oder Mehrbettzimmer angenommen wird. Nicht wenige Lehrer arbeiten zum Beispiel auf Hühnerfarmen in Saudi-Arabien und ausgebildete Ärzte begnügen sich mit einer Tätigkeit als Krankenpfleger oder Krankenschwester. Zu einer eher erniedrigenden Arbeit können sich Einsamkeit und Heimweh gesellen, wenn man im Ausland nicht mehr den direkten Bezug zur Familie hat. Und nicht immer ist im Gastland ein dichtes Beziehungsnetz von Landsleuten - wie etwa in Singapore oder in Hongkong - gegeben, das einen emotional in Krisensituationen auffängt und mit Rat hilft. Die OWFs stellen unter den auf den Philippinen psychiatrisch Eingewiesenen die größte Gruppe dar.

Unter psychischen Aspekten ist das Leben und Arbeiten als Illegaler sicherlich noch schwerer. Man ist nicht nur stärker der Willkür von Arbeitgebern ausgesetzt, man muss sich auch tarnen. So färben sich illegal in Deutschland lebende Filipina mitunter zur Tarnung die Haare blond. Die Angst vor der Polizei und anschließender kurzfristiger Abschiebung ist ein ständiger Begleiter. In Macau zum Beispiel verhängt man neben der Abschiebung zusätzlich noch Geldstrafen wegen der Verletzung der Einwanderungsgesetze.

 Andererseits hat die moderne Technik die familiäre Rückbindung doch wieder etwas erleichtert. Es liegt eine Statistik vor, nach der täglich mehr als eine Million SMS-Textnachrichten zwischen den philippinischen Gastarbeitern und ihren Heimatfamilien ausgetauscht werden. Familiäre Krisen aufgrund der Abwesenheit eines Familienpartners sind jedoch nicht auszuschließen. Sie gehören zu den „sozialen Kosten“ des besseren Verdienstes im Ausland.

Die Botschaften sind im Regelfall personell zu unterbesetzt, um Vertragsverletzungen zu prüfen oder persönliche Krisenbewältigung betreiben zu können. Schon bei der Registrierung der Wahlberechtigten anlässlich der letzten Präsidentenwahl waren sie überfordert.

In arabischen Ländern können Filipina stärker diskriminiert werden. So ist im Jahre 2004 aus dem Libanon bekannt geworden, dass drei Filipina bei ihren Fluchtversuchen vom Balkon zu Tode kamen. Im selben Jahr verübte eine Filipina Selbstmord, weil sie vergewaltigt wurde. Aber auch aus anderen südostasiatischen Ländern hört man hin und wieder Berichte über schlechte Verpflegung, körperliche Schläge, willkürliche Verbrennungen, Prostitutionszwängen und mysteriösen Todesfällen. Die Wahrscheinlichkeit vom Arbeitgeber erpresst zu werden, ist bei illegalem Status höher.

Philippinische Seeleute und Mannschaftspersonal

Eine Sondergruppe unter den Auslands-Filipin@s stellen die philippinischen Seeleute, die auf allen Ozeanen anzutreffen sind, dar. Die POEA (Philippine Overseas Employment Administration) beziffert deren Zahl 2006 auf rund 274.000. Weltweit ist somit annähernd jeder vierte Seemann ein Filipino. Wie viele ihrer im Ausland arbeitenden Landsleute sprechen sie im Regelfall Englisch, sie gelten sie als verhältnismäßig gut ausgebildet und relativ preiswert. Manila gilt überhaupt als der international bedeutsame Vermittlungsort für Mannschaftspersonal; es soll dort annähernd 400 Vermittlungsagenturen geben, die fast jeden maritimen Personalwunsch erfüllen können.

Die Konkurrenz verschärft sich jedoch. Allein auf den Philippinen gibt es über 500.000 registrierte Seeleute, 300.000 davon sollen arbeitslos sein. Mehrjährige Beschäftigungsverhältnisse sind eher die Ausnahme. Auch wird in den Philippinen relativ viel nautisches und seetechnisches Personal ausgebildet, dem keine entsprechende Branchennachfrage gegenübersteht. Verstärkt kommt es auch zu einer Lohnkonkurrenz mit Bewerbern insbesondere aus Indien, Russland und China. Dem philippinischen Seemann werden durchschnittlich 1000 $ im Monat gezahlt, chinesische Seeleute begnügen sich durchschnittlich mit 610 $, das sind vierzig Prozent weniger. Mehr und mehr werden bei Einstellungen Altersbegrenzungen eingeführt, so dass über 40-Jährige kaum mehr eine Beschäftigungschance haben (6). Langfristig bessere Zukunftsaussichten auch in finanzieller Hinsicht haben Seeoffiziere, deshalb laufen auf den Philippinen Bemühungen, die nautische Ausbildung zu verbessern und anzuheben.

Aus Kostengründen werden mehr und mehr auch weibliche Kräfte angeheuert. Ihre Löhne liegen in der Regel wesentlich tiefer. Kellnerinnen zum Beispiel werden manchmal nur 50 US$ angeboten, da sie ja über die Trinkgelder der Passagiere eine weitere Einkommensquelle hätten.

Seeleute, die jahrelang zur See fuhren, können bei ihrer Rückkehr vor verlassenen Häusern stehen, weil sich mittlerweile der Ehepartner getrennt hat. Der an sich familienorientierten Filipino geht bei langjährigen Auslandsaufenthalten das Risiko des Scheiterns seiner Ehe ein.

Schon Fachkräftemangel auf den Philippinen?

Obwohl auf den Philippinen eine Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung gegeben ist, hat die Abwanderung insbesondere von qualifizierten Arbeitskräften auf den Philippinen schon zu Engpässen geführt. Die philippinisch-chinesische Handelskammer beklagte schon einen Mangel an Facharbeitern im Lande.

Noch gravierender stellt sich die Situation im Gesundheitssektor dar, man spricht schon von einem drohenden Kollaps des Gesundheitssystems insbesondere in ländlichen Regionen. Pro Jahr verlassen derzeit ca. 6000 Krankenschwestern und 2000 Ärzte das Land, um einer besser bezahlten Arbeit im Ausland nachzugehen. Das Durchschnittsgehalt einer Krankenschwester auf den Philippinen beläuft sich auf umgerechnet 120 $ im Monat, in den USA kann sie 3.000 – 4.000 $ verdienen. Ein Doktor im Regierungsdienst verdient im Land – bei gegebenen hohen Ausbildungskosten - nur 300-800 $ monatlich. Die Ausbildungskapazitäten der philippinischen Gesundheitsinstitutionen reichen nicht aus, um die Abwanderung ins Ausland aufzufangen. Ein Arzt sollte idealerweise 6000 Patienten betreuen, derzeit entfallen auf einen Arzt statistisch 26.000 Patienten (7).

Weiterhin Nachfragebedarf ?

Wir wissen noch nicht, welche Folgewirkungen die Weltwirtschaftskrise in 2008 auf die globalen Arbeitsmärkte haben wird. Mit erheblichen Arbeitsplatzreduzierungen insbesondere im Bereich der minder qualifizierten Helfertätigkeiten ist zu rechnen. Die Zahl der neu vermittelten Haushaltshilfen und „Supermaids“ sank schon von 91.000 in 2006 auf 40.000 in 2007, weil 400 US $ als Mindestlohn angesetzt wurden. In Hongkong und Singapur immer noch eine Nachfrage nach Haushaltshilfen und Kindermädchen. Trotzdem gibt es offensichtlich noch Länder und Branchen, die noch einen, mitunter reduzierten Bedarf an philippinischen Arbeitskräften haben. So liegen in den USA Beschäftigungsangebote für englischsprachige Lehrer vor. Kanada, Irland und Großbritannien suchen Arbeitskräfte insbesondere im Gesundheits- und Altenbetreuungssektor. Im Mittleren Osten besteht eine mittlerweile abgeschwächte Nachfrage nach Arbeitskräfte, die beim Ausbau der Infrastruktur helfen. Auch Hotel- und Tourismuskräfte sind gefragt. In Japan, Taiwan und Singapore sind qualifizierte IT-Fachleute aber auch Englischlehrer willkommen. Auch Kasachstan tritt schon als Nachfrageland für bestimmte Berufe auf.

Zu den im Ausland tätigen Kindermädchen oder „Nannys“ eine kleine Fußnote. Es wird berichtet, dass sich die Eltern der betreuten Kinder manchmal fragen: In welcher fremden Sprache babbeln die denn eigentlich?

Streckenweise wenig sinnvoller Gebrauch der überwiesenen Gelder

Einen höheren Anteil ihres Verdienstes überweisen die philippinischen Auslandsarbeiter in der Regel an ihre Familien in der Heimat, um deren Existenzunterhalt zu sichern. Man finanziert zum Beispiel Schulgelder, eine Hausreparatur, einen Grundstückserwerb ein Schulgeld oder eine Hausreparatur zu finanzieren. Man schätzt, dass mindestens dreißig Prozent der philippinischen Haushalte auf die Auslandszahlungen angewiesen sind (8). Soweit so gut - nun hat aber das Department of Labor and Employment (DOLE) in einer Studie festgestellt, dass die Heimatfamilien mit dem überwiesenen Geld oft nicht sinnvoll umgehen (9). Zum Teil fließt es unmittelbar in den Konsum, wird im Rahmen von Fiestas ausgegeben oder in wirtschaftlich wenig aussichtsreiche Kleinst- und Kleinunternehmen gesteckt. Manche Familienmitglieder stellen ihre Erwerbsarbeit ein und werden von den Auslandszahlungen völlig abhängig. Die überwiesenen Gelder werden konsumptiv aufgezehrt. Der aus dem Ausland zurückkehrende Gastarbeiter ist häufig selbst knapp an Geld oder sogar mittellos und das Rad des Elends beginnt sich in der Heimat neuerlich zu drehen. Momentan diskutiert man, ob man nicht den Auslandsarbeitern spezielle Wertpapierangebote unterbreiten soll, die sich zum einen gut verzinsen und gleichzeitig das Kapital für notwendige Entwicklungsinvestitionen im Land bereitstellen.


        (1)  Southeast Asia, in: http://migration.ucdavis.edu/mn/comments.php?id=3445­_0_3_0

(2)  Commission on Filipinos Overseas, Stock Estimate of Overseas Filipinos, in: http://www.cfo.gov.ph/Stock%202006.pdf

(3)   Employment Rate, January 2008, http://www.census.gov.ph/data/pressrelease/2008/lf0801tx.html

(4)  Malaysia’s Deportation of Filipino Refugees Raises Concerns, in: http://www.worldpoliticsreview.com/Article.aspx?id=2976

(5)  Heiratsmigration nach Deutschland, in: http://www.migration-.info.de/migration­_ und bevölkerung/artikel/051006.htm

(6)  Charissa M. Luci, What lies ahead: The plight of Filipino seafarers, in: Manila Bulletin, 8/8/2004

(7) Carlos H. Conde, Filipino nurses exodus, in: International Herald Tribune: 10/19/2004

(8)  Walden Bello, Letter from the Philippines, in: http://www.the nation.com/doc/20051031/bello

(9) Mayen Jaymalin, Many OWFs return to RP penniless, in: Philippine Star, 8/10/2004 


© Wolfgang Bethge, 2004