Das kurze Leben des Generals Antonio Luna

Als er von Schüssen getroffen und von vielen Messerstichen verwundet auf dem Boden lag und das Blut aus seiner Generalsuniform tropfte, stammelte er noch: „Cowards! Assasins!“ (Feiglinge!Mörder). Von einem benachbarten Fenster keifte eine ältere Frau, die einen berühmten Namen trug: „Nagalaw pa ba lyan?“ (Lebt er noch?). Dann verließ ihn das Leben.

Es hätte auch anders kommen können im Leben des Generals. Er hätte als ausgebildeter Pharmazeut in einem bürgerlichen Beruf bis zum Lebensende friedlich Pillen drehen und verkaufen können. Aber manchmal nimmt das Leben eben überraschende Wendungen.

Wir sprechen von Antonio Luna y Novicio (1866–1899), dem später als kommandierenden General der philippinischen Streitkräfte unter dem ersten Präsidenten Emilio Aguinaldo eine entscheidende Rolle im philippinisch-amerikanischen Krieg zukommt.

Jugend und Studienjahre in Spanien

Antonio Luna wurde 1866 als jüngster Sohn einer begüterten Mestizo-Famile in Manila geboren. Er hatte noch sechs Geschwister, darunter den älteste Bruder Juan, der später als Maler hohe Auszeichnungen erhielt und heute zur Galerie der herausragenden Künstler der Philippinen steht.

Der jüngste Spross der Familie ist talentiert, der Vermögensstatus der Familie erlaubt eine gediegene Ausbildung. 1881 macht Antonio am Ateneo Manila im Alter von 15 Jahren den Bachelor of Arts. Es schließt sich ein Studium der Literatur und der Chemie an der University of Santo Thomas an. Hier gewinnt er erste Preise. Wie Rizal entschließt auch er sich, im Ausland weiter zu studieren. 1890 erhält er unter anderem an der Universidad Central de Madrid den Doktortitel in Pharmazie. Er publiziert Fachartikel über ansteckende Krankheiten und die Malaria. In Anerkennung seiner Verdienste denkt die spanische Regierung daran, ihn zum medizinischen Kommissar auf den Philippinen zu berufen.

Der Aufenthalt in Spanien ist unter zwei weiteren Aspekten interessant. Dort hat sich schon eine philippinische Kolonie gebildet. Man trifft sich und versucht im geselligen Kontakt das Heimweh zu bekämpfen und der spanischen Winterkälte zu entrinnen.

Im Atelier des Bruders trifft Antonio nicht nur Jose Rizal, sondern auch die attraktive, viel umschwärmte Mestiza Nellie Boustead (1). Als Antonio einmal eine abfällige, zweideutige Bemerkung über Nelli macht, rastet der verliebte Rizal aus und fordert Antonio zum Duell heraus. Dieser kneift jedoch und entschuldigt sich bei Rizal. Das Duell findet nicht statt. Man stelle sich vor, Rizal wäre bei dem Duell tödlich verunglückt. Die Philippinen stünden ohne ihren Volkshelden und ihre maßgebliche Identifikationsfigur da. Kaum auszudenken.

Ein zweiter, politischer Aspekt ist noch wichtig. Seit 1872 hat sich innerhalb der philippinischen Kolonie - auch unter der Mitwirkung von Jose Rizal - eine politische Reformbewegung, die Propaganda Movement, gebildet. Sie fordert nachdrücklich die Teilautonomie der Philippinen, vorerst noch unter dem Dach der spanischen Krone und mit einer Vertretung im spanischen Parlament. In der Zeitschrift der Bewegung, der „La Solidaridad“, publiziert Antonio Luna unter dem Pseudonym „Taga-ilog“.

Antonio Luna schließt seinen ersten Europa-Aufenthalt mit weiteren kurzfristigen Aufenthalten in Belgien und Frankreich ab. 1894 ist er wieder auf den Philippinen und wird unter anderem in der Gesundheitsverwaltung tätig.

Deportation nach Spanien

Längst aber gärt es politisch auf den Philippinen. 1894 hatte Andreas Bonifacio den nationalistisch orientierten Geheimbund „Katipunan“ gegründet. Man will die spanische Unterdrückung beenden, wenn es sein muss auch unter Einsatz von Gewalt. 1896 hat sich der Aufstand der Katipunan über acht Provinzen verbreitet und der spanische Generalgouverneur verhängt den Kriegszustand.

Luna hält sich jedoch von der Katipunan-Bewegung zunächst fern. Ähnlich wie Rizal hält er den Aufstand für verfrüht und schlecht vorbereitet. Den spanischen Behörden ist aber wohl bekannt, dass er der „illegalen“ Reformbewegung in Spanien angehörte und damit ist er grundsätzlich verdächtig. Man verhört ihn. Vielleicht hat er sich im Rahmen dieser Verhöre zu viel geplaudert, denn man sagt Luna auch nach, dass er als Denunziant den spanischen Autoritäten Informationen über die Katipunan-Bewegung hat zukommen lassen (2). Das rettet ihn jedoch nicht vor den Strafmaßnahmen der spanischen Autoritäten.

Antonio Luna wird wie auch sein älterer Bruder Juan 1897 nach Spanien deportiert und dort ins Gefängnis geworfen. Kurze Zeit später wird er jedoch vom König amnestiert. Ein Gesinnungswandel muss in dieser Zeit bei Luna stattgefunden haben. Er, der Zivilist, entschließt sich nun, in einer Art Crashkurs kurzfristig Militärtaktik und –strategie bei dem belgischen General Leman zu „studieren“. Die Feldzüge von Napoleon und Girabaldi interessieren ihn besonders. Luna ist davon überzeugt, dass es zu Kämpfen auf den Philippinen mit den spanischen Machthabern kommen wird und will sich dann an führender Stelle einzubringen.

Auftritt der amerikanischen Kolonialmacht

Im Mai 1898 schaltet der amerikanische Admiral General Dewey die veralteten spanischen Kriegsschiffe in der Bucht von Manila aus. In den Folgemonaten verstärken die Amerikaner ihre Truppenpräsenz im Großraum Manila auf über 11.000 Mann. Die Spanier ihrerseits sind nach einer 333-jährigen Kolonialgeschichte auf dem Rückzug begriffen.

Emilio Aguinaldo wittert politische Morgenluft und kehrt von seinem Exil in Hongkong nach Manila zurück. In Kawit ruft er im Juni 1898 die erste unabhängige philippinische Republik aus und wird zu deren Präsidenten berufen. Nachdem drei philippinische Soldaten von amerikanischen Truppen bei einer Streife getötet werden, bauen sich zunehmend Spannungen zwischen dem amerikanischen Militär und den revolutionären philippinischen Kräften auf. Der Konflikt verschärft sich, als die USA im Vertrag von Paris die Philippinen gegen eine Zahlung von 20 Millionen Dollar an Spanien als Kolonie zugesprochen bekommen.

Antonio Luna ist mittlerweile wieder in Manila eingetroffen. Die von ihm aufgekaufte und herausgegebene Zeitung „La Independencia“ kommentiert den Vertrag von Paris wie folgt:

"People are not to be bought and sold like horses and houses. If the aim has been to abolish the traffic in Negroes because it meant the sale of persons, why is there still maintained the sale of countries with inhabitants?" (3).

Der Zivilist Luna wird General

Mit dem Ausbruch des Krieges im Februar 1889 wird Antonio Luna von Präsident Aguinaldo zunächst zum Chef der Kriegsoperationen im Ministerrang und später zum Brigadegeneral und kommandierenden General ernannt. Ein erstaunlicher Aufstieg eines Zivilisten, der gerademal ein paar Monate Militärtaktik und –strategie studiert hatte.

Zwei ungleiche Kampfpartner stehen sich gegenüber. Hier die gut ausgebildeten und modern bewaffneten, im Oktober 1899 bereits 126.000 Soldaten zählenden amerikanischen Truppen unter General Otis – dort militärisch wenig ausgebildeten und kaum an Drill und Disziplin gewöhnten Bauerntruppen, deren Bewaffnung im wesentlichen nur aus alten Gewehren, Buschmessern („Bolos“) und Glücksamuletten („Anting-Anting“) bestand. Zwar gelingt es Luna, einige im Land verbliebene spanische Offiziere für seine Truppen zu aktivieren. Es besteht aber ein großer Mangel an Führungskräften, deshalb ist einer der ersten Maßnahmen von Luna die Gründung einer Militärakademie. Er stellt Scharfschützenkompanien auf. Immer wieder aber bläut er, der sich selber oft nicht kontrollieren und einordnen kann, seinen Soldaten Disziplin und nochmals Disziplin ein. Angesichts der teilweise chaotischen Zustände bei den philippinischen Truppen ist Disziplin beim ihm „Artikel Nummer 1“. „Article Nummer 1“ wird deshalb auch sein Spitzname.

Lunas militärisches Vorgehen wird anfänglich von Präsident Aguinaldo durchaus anerkannt und auch die amerikanische Seite bescheinigt Luna in den Kämpfen um Bulacan, Pampanga und Neueva Ecija Mut und Cleverness. Mehr und mehr wird General Luna angesichts der ungleichen Machtverhältnisse zu einem Befürworter des Guerrillakrieges, während Präsident Aguinaldo nach offenen Feldschlachten das Wort redet.

Luna ist nicht zimperlich bei der Durchsetzung seiner militärischen Ziele. Zivilisten, die sich seinen Anordnungen widersetzten, drohte er mit Todesstrafe. Er scheute auch nicht; Häuser und Kirchen bei einem Abzug niederzubrennen zu lassen. Sein Generalskollege, der „Babygeneral“ Gregorio H. del Pilar lehnt dies strikt ab. Das große Ziel – die Rückeroberung Manilas – gelingt General Luna jedoch nicht. Letztlich hat Luna nie einen größeren Kampf zu seinen Gunsten entscheiden können.

Eskapaden und Eigenwilligkeiten

Dafür fällt er durch Eskapaden auf. Als der Kampf um Calumpit ansteht, bittet Luna den ihm untergegebenen General Tomas Mascardo um eine Verstärkung seiner Truppen, damit er die Stadt gegen die anrückenden Amerikaner verteidigen kann. Doch die Truppenverstärkung kommt nicht.

Es hält sich das Gerücht, dass General Mascardo bei seiner schönen Freundin weile. Beide hatten in der Vergangenheit schon um das schöne Mädchen aus Pampangas konkurriert, Luna jedoch den Kürzeren gezogen, da General Mascardo offenbar den schneidigeren Eindruck auf die Galante machte.

Wutentbrannt verlässt Luna die Kampfzone und begibt sich zu Mascardo. Mascardo behauptet, er hätte nur seine Truppen inspiziert. Für seinen Ungehorsam stellt Luna den Generalskollegen unter ein 12-stündigen Arrest. Der Streit wäre weiter eskaliert, wenn nicht ein dritter General zwischen den beiden Streithähnen vermittelt hätte. Als General Luna von seinem Rachefeldzug wieder in der Kampfzone von Calumpit eintrifft, haben die Amerikaner längst die Stadt erobert. Luna hat in seinem Maßregelungsdrang durch das Verlassen der Kampfzone, den Sieg der Amerikaner an diesem Ort ermöglicht.

Ein anderer Vorfall belegt, dass es mit der Solidarität der philippinischen Generäle nicht weit her war. Als es nördlich von Manila zum Kampf um Caloocan kommt, verweigert das Hausregiment des Präsidenten, das Kawit Battalion, Luna die militärische Gefolgschaft. Sie, die Kawit-Truppe, würden nur die Befehle des Präsidenten entgegennehmen. Luna bezichtigt daraufhin, das Battalion des Ungehorsams und der Feigheit vor dem Feind, entwaffnet es und entlässt es. Doch Präsident Aguinaldo macht Lunas Schritte wieder rückgängig. General Luna ist tief verärgert.

Zu einem weiteren Affront Lunas kommt es im Mai 1899. Präsident Aguinaldo hat mittlerweile unter Pedro Paterno ein neues Kabinett gebildet. Über den Außenminister Felipe Buencamino sucht man das Gespräch mit den Amerikanern und bietet ihnen nun eine beschränkte Autonomie der Philippinen unter amerikanischer Oberherrschaft an. Luna erfährt einige Woche später davon. Lina begibt sich nach Cabanatuan und stürmt ins dort tagende Ministerkabinett. Einen Kompromiss mit dem Feind bedeutet für ihn eine neue Ära der Sklaverei und des Leids. Er bezichtigt das Kabinett der Feigheit, ohrfeigt den Außenminister und nimmt das gesamte Kabinett fest.

Man kann sich vorstellen, dass er sich durch dieses unbeherrschte und hitzköpfige Auftreten sicher keine Freunde gemacht hat. Auch der ansonsten friedliche Minister Mabini fordert seine Ablösung. Kabinettsmitglieder kolportieren dem Präsidenten Aguinaldo das Gerücht, Luna strebe mit einem kurzfristigen Putsch selbst das Präsidentenamt an. Aguinaldo ist vorgewarnt.

Die Ermordung

Vielleicht bat er ihn Präsident Aguinaldo auch wegen des Vorfalls am 5. Juni 1899 zu einem Gespräch ins Hauptquartier nach Cabanatuan. Mit einigen Gefolgsleuten und einer Leibwache von 25 Kavalleristen macht sich Antonio Luna auf den Weg. Er will schnell zum Präsidenten, deshalb lässt er seine Leibwache an einer zerstörten Brücke zurück.

Am Versammlungsort angekommen, begegnet er wieder dem Kawit Battalion, das er schon einmal wegen Feigheit vor dem Feind entwaffnet hatte. Einem Wachposten, der vergessen hatte, ihn zu grüßen, gibt er eine Ohrfeige. Dann muss er erfahren, dass Präsident Aguinaldo sich mittlerweile an einen anderen Ort begeben hat. Er trifft lediglich auf Außenminister Felipe Buencamino, ihr alter Streit flammt sofort erneut auf.

Ein Schuss fällt. General Luna stürzt die Treppe hinunter, um nach dem Rechten zu sehen. Da stürzen sich Soldaten des Kawit Battalions auf ihn. Man schießt auf ihn und sticht auf ihn ein. Tödlich verwundet taumelt er noch auf die Straße und gibt aus seiner Pistole einen Schuss ab. Seine beiden Gefolgsleute können ihn nicht retten und werden selbst getötet beziehungsweise verwundet. Die alte Frau am Fenster, deren Frage wir eingangs mit dem Ruf: „Nagalaw pa ba lyan?“ (Lebt er noch?) zitierten, soll die nicht überrascht wirkende Mutter von Aguinaldo gewesen sein.

Soldaten stoßen mit ihren Stiefeln an die Leiche, vierzig Wunden zählt man am geschundenen Leib. Da Luna aber den Rang eines Generals bekleidete, beerdigt man ihn am nächsten Tag trotz vielfacher Gegnerschaft mit militärischen Ehren. In seinem Testament hatte er verfügt:

“Should I be killed enshroud me in a Filipino flag with the same clothes in which I die and bury me in the ground. I wish to express freely that I would die willingly for my country for our independence(4).  

Gibt es zumindest eine Mitschuld von Präsident Aguinaldo?

Aguinaldo ist relativ schnell über den Tod von Luna unterrichtet worden. Aber erst acht Tage später, am 13. Juni 1899 gibt der Innenminister an die Provinzchefs und Bürgermeister ein knappes Kommuniqué heraus, in dem bekannt gemacht wird, dass General Luna durch die Präsidentenwache in Cabanatuan getötet worden sei, nachdem er diese angegriffen und Todesdrohungen gegenüber dem Präsidenten geäußert habe. Das Ableben von General Luna wird als Glück bezeichnet. Der Nation sei weiteres Übel erspart worden, da Luna nach dem Präsidentenamt getrachtet hätte. Im weiteren listet der Unterstaatssekretär für das Kriegswesen die Fehler, Übergriffe und Anmaßungen von Luna auf.

Zu einer offiziellen Untersuchung der Vorgänge und Hintergründe der Ermordung von General Luna oder gar einer Verurteilung der Mörder ist es nie gekommen. Weder Präsident Aguinaldo, der jetzt ohne Luna wieder freier schalten und walten konnte, war an einer weitergehenden Aufklärung des Mordfalles interessiert, noch die später siegreichen Amerikaner.

Ist aber Präsident Aguinaldo wirklich ganz unschuldig am Tod von General Luna? Trifft ihn eine Führungsverantwortung? Er selber hat Jahre später in einem Interview jegliche Schuld als Drahtzieher von sich gewiesen. Mokant fügt er hinzu: Wenn man am Tod von Luna interessiert gewesen wäre, dann wäre es ein Leichtes gewesen, ihm im Rahmen eines Kampfes in den Rücken zu schießen und niemand hätte Verdacht geschöpft (5).

Es gibt jedoch einige Dokumente, die Aguinaldo als Drahtzieher des Mordanschlags bezichtigen. Wir zitieren den Historiker Antonio M. Molina (6):

„Upon his arrival in the place, Gen. Del Pilar was instructed by President Aguinaldo to capture General Antonio Luna 'dead or alive', for the latter stood accused of high treason. Del Pilar forthwith left for Bamban and Mabalakat to accomplish his mission. For his part, General Jose de los Reyes, of the same Brigade received similar Orders from one of the aides of Gen. Aguinaldo“. 

Julio Nakpil führt in einer Veröffentlichung aus, dass General Pio del Pilar ihn später persönlich davon in Kenntnis gesetzt habe, dass er und General Severino Taino Befehl von Präsident Aguinaldo gehabt hätten, Luna zu töten, dies aber aus moralischen Gründen abgelehnt hätten (7).

Schließlich hat auch Apolinario Mabini, ein enger Vertrauter Aguinaldos, in einem nach seinem Tod veröffentlichten Buch, General Aguinaldo bezichtigt, die Exekution von Andreas Bonifacio und die Ermordung von General Antonio Luna angestiftet zu haben (8).

Angesichts dieser Zeugenaussagen, muss man zu dem Schluss kommen, dass der erste Präsident der Philippinen Emilio Aguinaldo bei der Verfolgung seiner Ziele auch den Tod von General Luna, wenn nicht gesteuert, so doch billigend in Kauf genommen hat. So fällt ein bedenklicher Schatten auf die Persönlichkeit von Emilio Aguinaldo und man kann sich die Frage stellen, ob sein Heldenstatus auf den Philippinen in diesem Umfang gerechtfertigt ist.   

Der weitere Fortgang

Wie ging es weiter nach der Ermordung von General Luna? Die Truppen von Antonio Luna werden entwaffnet, degradiert und teilweise auch verfolgt. Man möchte so einer möglichen Rache der Luna treuen Regimentern zuvorkommen. „Baby“-General del Pilar tritt an die Stelle von Luna.

Die Niederlagen setzen sich aber fort. Man beschränkt sich auf philippinischer Seite zusehends auf Guerillaaktivitäten. Ein von Mabini eingeleiteter Waffenstillstandsversuch scheitert, da der amerikanische General Luna auf einer bedingungslosen Kapitulation der philippinischen Truppen besteht. Im Juli 1901 wird formal das Kriegsende verkündigt. Die Zahl der im weiteren Kriegsverlauf getöteten amerikanischen Soldaten beläuft sich auf etwa 4.200, die der getöteten philippinischen Soldaten auf ungefähr 16.000. Durch den Krieg kam es zum Tod – auch durch Hunger und Krankheit - von mehreren hunderttausend Zivilisten.


(1) Über den weiteren Fortgang informiert der Buchbeitrag „Jose Rizals letzte Lebensgefährtin - Josephine Bracken“.

(2)  Antonio M. Molina, The Philippines through the Centuries, 1960, S. 225

(3) Dt. Übersetzung: „Völker können nicht wie Pferde oder Häuser verkauft werden, wenn es einst das Ziel war, den Handel mit den Negern zu unterbinden, weil es ein Handel mit Menschen war, warum sollte dennoch der Handel mit ganzen Ländern samt ihren Bewohnern gestattet sein?“ - zitiert nach: The Malolos Constitution and the Treaty of Paris, in:   http://www.country-data.com/cgi-bin/query/r-10383.html

(4) Dt. Übersetzung: „Wenn ich getötet werden sollte, dann wickelt mich in eine philippinische Flagge mit den Kleidern, in denen ich starb, und begrabt mich in der Erde. Offen bekenne ich, dass ich für die Unabhängigkeit meines Landes sterben würde.“ - zitiert nach: Manila Bulletin, General Antonio Luna y Novicio 141str Birth Anniversary, 29. 07. 2007

(5)   Zitiert nach: Arnold Dumindin, Philippine-American War 1899 – 1902, in: http://www.freewebs.com/philippineamericanwar/americanspursueaguinaldo.htm

(6)  Dt. Übersetzung: „Nach seiner Rückkehr wurde General Del Pilar von Präsident Aguinaldo instruiert, General Antonio Luna “tot oder lebendig” gefangen zu nehmen, da er des Hochverrats angeklagt sei. General Jose de los Reyes … erhielt ähnliche Anweisungen.” –  zitiert nach Antonio M. Molina, The Philippines through the Centuries, 1960, S. 227

(7)  Julio Nakpil,' Apuntes Sobre La Revolucion Filipina', (Notes on the Philippine Revolution), S. 103, zitiert bei  http://www.geocities.com/valkyrie47no/himno.htm

(8)  Alexander Martin Remollino, Mabini: A Century After His Passing, in:  http://www.bulatlat.com/news/3-14/3-14-mabini.html