Der alternative Philippinen-Reiseführer vom Nelles-Verlag

Die Freigepäckgrenzen bei den Fluglinien sind bekanntermaßen limitiert, da wird schon mal bei einem Flug auf die Philippinen um hunderte Gramm gekämpft. Und es kann sich in diesem Zusammenhang schon die Frage stellen: Muss denn der „Peters“-Reiseführer  mit seinen 784 Gramm Buchgewicht und seiner überbordenden – für standorttreue Besucher streckenweise nutzlosen - Infomationsfülle sein?  Auch mag vermutlich nicht jeder 28 Euro für nur schwach relaunchte Neuauflagen zahlen, deren Aktualität unter der Tropensonne schnell schwindet. 

Der in diesem Monat im Nelles-Verlag erschiene Reiseführer „Philippinen“ könnte eine Alternative sein. Er wiegt – bei einem Seitenumfang von 260 Seiten - nur halb so schwer und kostet nur 12.90 Euro. Das geht aber nach meinem Dafürhalten nicht zu Lasten der Qualität. Dafür sorgt schon ein erfahrenes Team von Philippinen-Kennern wie etwa Albrecht G. Schäfer oder Roland Hanewald. Das  Autorenkollektiv führt uns – manchmal mit einem Augenzwinkern - sachkundig durch den ganzen Inselarchipel von Nord-Luzon bis zum Sulu-Archipel. Auch der bei Peters eher vernachlässigten Geschichte und Kultur des Landes wird Aufmerksamkeit gezollt. Ein besonderer Reiz des Taschenbuches und damit ein weiteres Plus gegenüber dem konkurrierenden Bruder sind die 135 kleinformatigen, dennoch eindrucksstarken Abbildungen, die sich fast auf jeder Seite finden.  

Wie erreicht das Taschenbuch bei geringerem Seitenumfang dennoch eine beachtliche Informationsdichte? Wo haben die Autoren die notwendigen Abstriche gemacht? Zum einen bei den Streckenkarten. Zählt der „Peters“ noch 170 Kartenausschnitte, so sind es beim Nelles-Guide nur 21. Der Nelles-Guide verzichtet auch weitgehend auf Wegbeschreibungen. Die Liste der aufgeführten Hotels, Resorts und Lodges ist zudem wesentlich kürzer und  - die bei gegebener Inflationsrate fragwürdigen - Preisangaben zum Beispiel für Übernachtungen fehlen. 

Der Neuigkeitswert für Philippinen-Kundige hält sich jedoch auch bei diesem Reiseführer in Grenzen. Neuere Sehenswürdigkeiten wachsen  – bei gegebener Dominanz der historischen Plätze - nicht so schnell nach.

© Wolfgang Bethge, in 2008