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Bildmontage: Rizal vor seinem Haupthaus |
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Als Jose Rizals Mutter 1893 von den spanischen Behörden die Erlaubnis erhielt, ihren in der Verbannung lebenden Sohn zu besuchen, machte sie ihm den leisen Vorwurf, er vernachlässige seine Musen. Rizal schrieb daraufhin, 1895 das nachfolgende 24-strophige Gedicht "Mi retiro" (Mein Zufluchtsort), um seine Gefühls- und Stimmungslage zum Ausdruck zu bringen. Wir stellen zunächst das Gedicht in deutscher Übersetzung vor, treffen dazu einige Anmerkungen und beleuchten dann die soziale Situation, in der sich der Autor in den Jahren seiner Verbannung befand. 1. Das Gedicht "Mein Zufluchtsort"
2. Anmerkungen zum Gedicht Das vorgestellte autobiografische Gedicht ist im Hinblick auf seine Qualität unterschiedlich bewertet worden. Antonio Manuud hat es als "eines der schönsten Gedichte" von Rizal gewürdigt, andere - wie Nick Joaquin - haben es in seiner Verslänge als langweilig empfunden. Es ist mehrfach aus dem Spanischen ins Englische übersetzt worden, wobei Interpretationsspielräume der Übersetzer deutlich werden. Es gibt eine englische Übersetzung von Alberto Florentino, die sich stärker an das spanische Original anlehnt, dafür aber im Versmaß stärker rumpelt, während die Übersetzung von Charles Derbyshire stärker abstrahiert, sich aber gefälliger liest. Eine vorhandene deutsche Übersetzung (1) ähnelt stark an der Übersetzung von Alberto Florentino, weist aber grobe Stilmängel auf. Sie kennt Orte, ,,denen dieser beschleunigte Kuss betätigt wurde", "keine Gesundheit, die Beifall bringt" oder eine "Stunde verschoben durch unsicheren Flug". Kenner der Lebensbiografie von Rizal könnten sich auch an der Übersetzung von Zeile 5 der 19. Strophe stoßen. Sie lautet "... vergeudete ich in fremden Ländern den April meines Lebens". Das spanische Wort "gastar" kann man mit "vergeuden" übersetzen, wir entschieden uns aus Plausibilitätsgründen für "verbringen", weil der Monat April eher positiv besetzt ist und für Wachstum und Jugend steht. Es gibt kaum Belege für die These, dass Rizal seine frühen Studienreisen nach Europa und Amerika als vergeudete Zeit betrachtet hätte. Sie waren für ihn sicherlich eine starke Bereicherung. Im Gedicht bezieht sich auf die Rizal auf die ihn umgebende Natur (Berge, Bach, Strand, See). Sie erscheint stark subjektiviert und steht in der besten Tradition der Naturromantik. Sie offenbart sich jedoch als zwiespältig. Einerseits ist sie idyllisch ("der kristallene Nektar des Quellwassers" oder die nächtliche See mit ihrem "Teppich aufsteigender Lichter"), andererseits ist sie fast dämonisch gezeichnet ("es fahren Schreie durch die Lüfte ... von denen, die von der See, in die Tiefe gezogen wurden" oder "das Stöhnen" in den Bergketten, von denen Geister herab fahren, um an einem "Totenschmaus" teilzunehmen. Rizal als Geisterbeschwörer? Wir können nicht ausschließen, dass sich auch bei Rizal Restspuren eines animistischen Geisterglaubens erhalten haben. Aber vielleicht fungieren die "Geister" auch nur als dramaturgische Helfer, um die emotionale Wirkung des Gedichts zu verstärken. Wie präsentiert sich Rizal hier im Gedicht? Er erscheint als trauriger Robinson, der in einer kärglichen Hütte lebt und zwischen den Polen einsamer resignativer Verzweiflung (ich, der "vergessene Kieselstein", ... der nur noch in der Vergangenheit lebt") und Siegeszuversicht ("Es wird einen hellen Tag des Sieges geben") pendelt. Die "Idee" wird siegen. Sie ist nicht näher erläutert, sie wird nur von der "rohen Gewalt" deutlich abgegrenzt. Manchem mag dieser Hinweis unpräzis sein. Man sollte jedoch bedenken, dass Gedichte in der Regel keine Parteiprogramme sind und dass zu der damaligen Zeit die spanische Obrigkeit eine scharfe Pressezensur praktizierte. Andererseits darf man wohl mit Fug und Recht annehmen, dass "die Idee" bei Rizal zumindest mit der Forderung nach mehr Freiheits-, Gleichheits- und Mitbeteiligungsrechten für die Filipinos eng verknüpft ist. Wir sprechen nicht von der politischen Unabhängigkeit der Philippinen, da Rizal zu Zeiten der von ihm mitbegründeten "Liga Filipina" nur die Integration der Philippinen mit Spanien und entsprechender Parlamentsvertretung im spanischen Parlament, der Cortez, befürwortete. 3. Die Jahre der Verbannung 3.1. Der Anlass Rizal hatte in seinen beiden - im Ausland erschienenen Romanen - "Noli mi tangere" (1887) und "El Filibusterismo" (1891) das Verhalten der spanischen Autoritäten und klerikalen Mönchsorden auf den Philippinen angegriffen and lächerlich gemacht, indem er deren Despotismus, Boshaftigkeit, Inkompetenz und Unmoral der weltlichen und geistlichen Machthaber an den Pranger stellt. Die beiden Bücher beinhalten brisanten politischen Sprengstoff und provozieren die spanischen Machthaber. Seine Bücher dürfen auf den Philippinen nicht vertrieben werden. Dennoch zirkulieren sie Untergrund und Rizal wird auf den Philippinen schnell zu einer populären politische Leitfigur für die einen, zum Staatsfeind für die anderen. 1891 verkürzt Rizal seinen USA-Aufenthalt. Er hatte den Eindruck, dass in der philippinischen Kolonie gegen ihn intrigiert wird. Außerdem musste er erfahren, dass seine vordem vermögenden Eltern nach verlorenem Rechtsprozess um ihren Besitz in Calamba gebracht und auf die Insel Jolo deportiert worden waren (vgl. die Äußerung "kein Zuhause" im Gedicht). Es gab also hinreichend Klärungs- und Regelungsbedarf. Auf dem Schiffsweg nach Manila macht er einen Zwischenaufenthalt in Hongkong. Hongkong war bekannt dafür, dass sich hier einige hundert Regimekritiker aufhalten. Rizal praktiziert kurzfristig als Augenarzt und hilft eher beiläufig einem Amateurschriftsteller bei der Testkorrektur eines Pamphlets gegen die spanischen Mönche. Obwohl Freunde ihm von einer Rückkehr auf die Philippinen abraten, hält Rizal an seinen Reiseplänen fest. Er informiert den spanischen Generalgouverneur über seine Rückkehr; vorsichtshalber verfasst er aber Abschiedsbriefe an seine Familie, weil er sich über sein weiteres Lebensschicksal bei seiner Rückkehr unsicher ist. Am 26.Juni 1892 trifft er in Manila ein. Die beiden ersten Besuche beim Generalgouverneur Despujol verlaufen durchaus in freundlicher Atmosphäre. Rizal erreicht, dass sein Bruder und weitere Verwandte vom Gouverneur begnadigt werden. Im Verlauf seines weiteren Aufenthalts in Manila trifft sich Rizal mit Gesinnungsfreunden und wird Mitbegründer der Geheimgesellschaft "Liga Filipina". Die Liga setzt sich für den Zusammenschluss der Filipinos im Kampf um mehr politische Rechte ein. Sie verzichtet auf politische oder militärische Gewalt. Alle Bewegungen Rizals werden von der spanischen Obrigkeit observiert. Schließlich findet man in einem der von Rizal aufgesuchten Häuser neben dem "El Filibusterisimo" auch anderes "aufführerisches"Material in einer Tasche, die man Rizal zuordnet. Dr. Rizal erkennt die Tasche der Schwester wieder, beharrt aber auf dem Standpunkt, weder er noch seine Schwester hätten das Material auf die Philippinen gebracht. Der Gouverneur bleibt von dieser Einrede jedoch unbeeindruckt. Rizal wird - ohne weitere Anklage und Prozess - als Gefangener nach Fort Santiago gebracht, wo er eine recht freundliche Behandlung erfährt. Am 15. Juli 1892 verbringt das Kriegsschiff "Cebu" den prominenten Gefangenen nach Dapitan, einem kleinen Ort im dünn besiedelten Norden der Insel Mindanao. Rizal hatte man für die Reise eine Offizierskabine zur Verfügung gestellt, während andere verurteilte spanische Militärangehörige in Ketten lagen. 3.2. In Dapitan Angekommen in Dapitan, steht Rizal vor der Alternative, Logis entweder bei der Ortsgeistlichen oder beim Ortskommandanten zu nehmen. Die geistliche Obrigkeit, die den Freimaurer für einen Häretiker hält, macht ihm aber zu weitgehende Auflagen, nämlich: (a) „dass er seine die Religion betreffende Irrtümer widerruft und sich klar pro-spanisch und gegen die Revolution äußert" (b) "dass er die Kirchenriten akzeptiert und eine Beichte über sein vergangenes Leben ablegt" (c) "dass er sich ab hinfort in besonderer Weise als Spanier und Mann der Religion zeigt" Rizal lehnt ab und zieht zum spanischen Kommandanten Carnicero, mit dem er in den Folgejahren ein recht gutes Einvernehmen hat und dessen Pferd er sogar reiten darf. Rizal fühlt sich wohl an seinem Verbannungsort. "Er fühlte sich wie im Urlaub" (2). Anfangs leidet er jedoch darunter, dass weder Familienangehörige noch Freunde aus dem Ausland ihn besuchen dürfen. Schrittweise bessert sich aber die Situation. Er darf sich ein komfortableres Nippa-Haus (s. Bildmontage oben) bauen, das wohl etwas mehr als die einfache Nippa-Hütte im Gedicht ist. Weitere Nebenhütten für den Schulunterricht und die Haustiere kommen später hinzu. Die Briefzensur wird aufgehoben, sein Aktionsraum vergrößert sich, er darf mit dem Kanu benachbarte Orte aufsuchen. So erwirbt er zum Beispiel im benachbarten Talisay 16 Hektar Land. Rizal muss sich nur einmal in der Woche beim Kommandanten melden. Sein Alltag verläuft relativ unspektakulär. Am Vormittag behandelt er - zum Teil kostenfrei - in der benachbarten Stadt Patienten mit Augenerkrankungen. Nachmittags gibt er Schulunterricht und am Abend widmet er sich der Korrespondenz und der wissenschaftlichen Literatur. Er schickt zum Beispiel biologische Präparate (Blumen, Insekten, Muscheln) an das Königliche zoologische und anthropologische Museum in Dresden und erhält dafür wissenschaftliche Literatur und Instrumente. Er schreibt Grammatiken und erweitert seine Sprachkenntnisse auf insgesamt 22 (!) Sprachen. Auch im Lokalbereich macht er sich verdient. Er malt für die Schwestern der Charity eine Marienkapelle und verschönert den städtischen Mittelpunkt; er installiert in den dunklen Straßen von Dapitan ein Beleuchtungssystem mit Öllampen, eignet sich Wasserwirtschaftskenntnisse an und verhilft so der Stadt zu fließend Wasser. Er importiert Landwirtschaftsgeräte aus den Staaten und konzipiert eine hölzerne Maschine, mit der man 6000 Ziegelsteine am Tag herstellen kann. Er unterstützt die Hanfbauern bei der Vermarktung ihrer Produkte. Schließlich beglückt das Multitalent seinen deutschen Freund Professor Blumentritt mit einem selbst erfundenen Feuerzeug. Rizal raucht nicht und trinkt auch keinen hochprozentigen Alkohol. Aber er war - wie viele seiner Landsleute - passionierter Glücksspieler. So fügt es sich, dass er 1892 bei der staatlichen Lotterie zusammen mit zwei anderen Mitspielern den zweiten Hauptpreis im Gesamtwert von P 20.000 gewinnt. Sein Anteil beträgt P 6.200, davon gibt er seinem verarmten Vater etwa ein Drittel, den Rest investiert er in weiteren Landerwerb. Schon spotteten einige Spanier, dass er sich im Distrikt sein eigenes Königreich aufbaue. Es war bekannt, dass er in früheren Tagen, schon eine Kolonie in Borneo gründen wollte. Für diesen Plan erhielt er aber keine Zustimmung der spanischen Machthaber. Zwei Zwischenfälle fallen aus Rizals Alltagsleben etwas heraus. Zunächst besucht ihn 1893 ein Spion, der sich unter dem Namen "Pablo Mercado" als naher Verwandter ausgibt. Er will als vertraulicher Kurier für Rizal Schriftstücke nach Manila zu den patriotischen Zirkeln leiten. Rizal entlarvt ihn jedoch als Regierungsspion und verweist ihn des Hauses. - Der andere Zwischenfall bezieht sich auf Rizals Handel mit Holzstämmen. Ein Französischer Aufkäufer ist mit der gelieferten Qualität nicht einverstanden und kolportiert daraufhin die Nachricht, Rizal liefere keine guten Qualitäten. Als Rizal diese Nachricht hört, ist er aufgebracht und er fordert den Franzosen zum Duell heraus. Es ist schließlich der spanische Kommandant, der den Franzosen in seinem eigenen Interesse ersucht, sich bei Rizal zu entschuldigen. Der Kommandant weiß, dass Rizal ein guter Pistolenschütze und Degenfechter ist. Wenn er aber ein guter Degenfechter ist, dann dürfte er, nicht so krank und ohne Gesundheit gewesen sein, wie es das Gedicht behauptet. Der Franzose entschuldigt sich. Ab August 1893 dürfen Familienmitglieder ihn besuchen. Mutter und Schwester Maria werden nun etwa einundeinhalb Jahre bei ihm wohnen. 3.2.1. Lebenspartnerin Josefina Bracken Rizals Ruf als erfolgreich praktizierender Augenarzt hat sich bis nach Hongkong herumgesprochen. Der dort ansässige Engländer Mr. Taufer, der an grauem Star erkrankt ist und dem gänzliche Blindheit droht, entschließt sich 1895, Dr. Rizal zu einer augenärztlichen Konsultation in Dapitan aufzusuchen. Begleitperson ist seine Adoptivtochter Josephine Bracken (1876 - 1902). Josephine ist irischer Abstammung, schlank, blauäugig, braunhaarig und ist bei ihrer Ankunft in Dapitan gerade mal 19 Jahre alt. Rizal kann Mr. Taufer nicht helfen, er verliebt sich aber in Josephine. Es ist eine Liebe auf den ersten Blick. Mr. Taufer kommen "die Seufzer und Küsse ... und die süßen Geheimnisse einer jungfräulichen Romanze" (s. Gedicht) sehr ungelegen. Er ist nach wegen seiner Blindheit nach dem Tode seiner Frau auf die Hilfestellungen von Josefina angewiesen und droht mit Selbstmord, sollte die lebensfreudige Josefina in Dapitan verbleiben. Josefina fährt deshalb mit ihrem Adoptivvater nach Manila zurück. Dort findet man aber zu einem Arrangement, dass es Josefina ermöglicht, wieder nach Dapitan zurückzukehren. Die beiden hätten gerne kirchlich geheiratet. Allein die Kirchenoberen, die in Rizal immer noch einen Häretiker sehen, verweigern ihre Zustimmung. So bleibt es bei einer kurzen Lebenspartnerschaft. Ein Kind der beiden lebt nur wenige Stunden. Josefina bleibt Rizal bis zu dessen Tode verbunden. Seite. Erst einige Stunden vor Rizals Exekution im Jahre 1896 gestattet man den beiden, eine kirchliche Heirat einzugehen. Ob Rizal quasi als Gegenleistung einige seiner früheren, als häretisch eingestuften Äußerungen widerrufen hat, ist strittig. Die katholische Kirche behauptet im Besitz eines Dokumentes mit seinem Widerruf zu sein. 3.2.2. Vergebliche Kontaktbemühungen der Katipunan Rizal übt in Dapitan politische Abstinenz und ist von den politischen Vorgängen in Manila weitgehend abgeschirmt. In Manila hat sich mittlerweile unter der Führung von Bonifacio mit der Katipunan eine weitaus radikalere Organisation begründet. Sie befürwortet den bewaffneten Aufstand, um so das Joch der Fremdherrschaft abzuschütteln. Rizal gilt in der Katipunan - Geheimorganisation als Idol, sein Bild hängt in den Versammlungsräumen. Würde man ihn als Mitkämpfer gewinnen, so würde die geplante Aufstandsbewegung zweifelsohne an intellektuellem Format und Breitenwirkung gewinnen. Man schickt deshalb 1896 Dr. Valenzuela zu ihm und unterrichtet ihn über die Pläne der Katipunan. Doch die Kontaktgespräche scheitern. Rizal warnt mit Blick auf die blutig verlaufene nationale Erhebung in Kuba vor einem zu frühen Beginn. Nach seinem Dafürhalten sind die Filipinos für eine nationale Revolution noch nicht reif genug, zudem mangele es an Finanzmitteln und militärischem Potenzial. Die Katipunan-Vertreter sind bitter enttäuscht über Rizals Entscheidung und Bonfacio bezeichnet den zaudernden Rizal als "Feigling". Jetzt hat sich Rizal neue Feinde geschaffen. 3.2.3. Wie könnte es weiter gehen? Wie ging es weiter? Rizal ist tief verunsichert darüber, wie und wann sein rechtsfreier Zwangsaufenthalt endigen könnte. Er ersucht um ein offizielles Gerichtsverfahren, will seine Unschuld beweisen und kund tun, dass er ein "Spanier sei, der die Herrlichkeit und das Recht seiner Nation liebt (2)". Rizal erhält auf sein Gesuch keine Antwort. Angebotene Fluchtmöglichkeiten verwirft er. Man hatte Rizal zumindest zweimal Fluchtmöglichkeiten angeboten: Man wollte in Singapur einen Dampfer chartern und ihn dann in der Nähe von Dapitan an Bord nehmen. Ein anderer Dampfer, der nach Borneo ging, sollte ihn als Schiffbrüchigen aufnehmen. Rizal spielt nicht mit. Er ist der Ansicht, eine Flucht käme einem Schuldgeständnis gleich. Ein anderer Plan sah vor, ihn bei der anstehenden Cortez-Wahl ins spanische Parlament zu wählen, dann hätte er parlamentarische Immunität genossen. Für diesen Plan gab es jedoch zu wenige Unterstützer, denn mittlerweile gab es auch unter den Filipinos aufgrund der von ihm propagierten friedlichen Reformpolitik stärkere Vorbehalte gegen ihn. Seine Gegner hintertreiben auch eine vom spanischen Generalgouverneur Blanco ins Auge gefasste Verlegung nach Ilocos oder La Union. Wie heißt es im Gedicht: "Einige haben mich im Stich gelassen". 1884 unterrichtet Blumentritt Rizal darüber, dass in Kuba ein dringender humanitärer Bedarf nach Ärzten sowohl beim Militär als auch bei der Zivilbevölkerung besteht. Der Brief von Blumentritt macht einen starken Eindruck auf Rizal. Er bietet deshalb Generalgouverneur Blanco an, als Militärarzt nach Kuba zugehen, wenn ihm die persönliche Freiheit gewährt wird. Rizal hat sein Kuba-Angebot fast schon vergessen, als er etliche Monate später vom spanischen Generalgouverneur Blanco einen positiven Bescheid erhält. Nun scheint sich alles zum Positiven zu wenden. Nach vierjährigem Aufenthalt verlässt er - Dapitan und trifft am 6. August 1896 in Manila ein. Am 3. September 1896 betritt Rizal das Schiff "Isla de Panay", das ihn auf seinem Weg nach Kuba zunächst nach Madrid bringen soll. Mittlerweile ist der Katipunan-Aufstand auf seinem Höhepunkt. Noch weiß Rizal nicht, dass er schon am 3. November als Gefangener nach Manila zurückkehren und am 30. Dezember - versehen mit den kirchlichen Sakramenten - im Kugelhagel eines Exekutionskommandos den Tod finden wird. © Wolfgang Bethge, 2005 Allgemeine Themenliteratur: Lineage, Life and Labours of Jose Rizal, Philippine Patriot, in: http://www.gutenberg.org/etext/6867 Rizals Exile in Dapitan 1892-1896, in http://dapitan.com/rizal%20sa%dapitan.html Spezialverweise: (1) vermutlich von Pablo Lazio, unter: http://www.knighstofrizal.de/deutsch.html (2) Antonio M. Molina, The Philippines through the Centuries, Vol. II, S. 31 (3) Antonio M. Molina, The Philippines through the Centuies, Vol. II, S. 38
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