Historische Grunddaten der philippinischen Geschichte - Teil 1
Vorkoloniales Philippinen
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250.000 v. Chr. |
Werkzeugfunde im Cagayan Tal (Nord-Luzon) |
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50.000 v. Chr. |
Anfertigung von Steinwerkzeugen in der Tablon Cave in Palawan. Ein Schädelfund wird auf etwa 30.000 vor Chr. datiert. |
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40.000 v. Chr. |
Pygmäische, australoide (Vorfahren der heutigen Negritos) beginnen über die noch vorhandenen Landbrücken (bestritten) zum asiatischen Kontinent einzuwandern. Sie sind Sammler und Jäger (Bogenschützen), haben Steinwerkzeuge und wohnen vorwiegend in Höhlen. Francisco Collin (1606) beschreibt sie wie folgt: „…. Es seynd schwarze wilde Leute, welche sich von denen Früchten und Wurzeln deren Wäldern erhalten. Sie gehen nackend daher, ausgenommen einige Theil die sie mit Bahaques, daß ist, mit gewissen von Baum-Rinden zusammengefügten Schürzen; Ehrbarkeit halben, bedecken. Ihre ganze Pracht bestehet in Arm-Bändchen … das Haupt zieren sie mit einem Kranz von Laub, oder Blumen … Im übrigen leben sie ohne Gesetz, ohne Wissenschaft, ohne eine einzige Form eines wol-eingerichteten gemeinen Wesens …Was aber den Gottes-Dienst anbelanget, lässt sich bei ihnen wenig, oder gar nichts verspüren … „
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7.000-5000 v. Chr. |
Erste Einwanderungswellen von „Almalaien“, die ursprünglich aus Südchina stammen. Sie kommen in Booten („barangays“) sowohl aus Richtung Formosa als auch aus Vietnam, Malaysia und Indonesien. Sie beherrschen u.a. die Feuerherstellung, fertigen Bekleidung aus Rinde und Tierfellen, Töpferwaren und betreiben Reisanbau.
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3000 v. Chr. |
Felsmalereien von Angono - ältestes künstlerisches Artefakt der Philippinen mit der Darstellung menschlicher und tierischer Figuren |
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3000-1000 v. Chr. |
Immigration weiterer altmalayischer Stämme. Sie sind u.a. die Vorfahren der heutigen Ifugao, Bontocs und Mangyans. Sie beherrschen den Trockenreisanbau und die Glasherstellung. Fertigung von Pfahlhausbauten und Werkzeugen aus Kupfer, Bronze und Eisen und. Animismus, Schamanentum und ein ausgeprägter Totenkult bestimmen das religiöse Leben.
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ab 200 v. Chr. |
Stärkere, über Jahrhunderte anhaltende Zuwanderung von Jungmalayen aus dem indonesischen Raum. Sie stellen die Vorfahren der überwiegenden Mehrheit der heutigen Filipinos dar. Tätowierungen, Holzschnitzereien und Schmuckanfertigung.
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0 v. Chr. |
Beginn des Baus der Reisterrassen mit ausgeklügelter Bewässerungstechnik in und um Banaue, die auch als „Achtes Weltwunder“ bezeichnet wurden. Siehe auch hier: „Die brüchigen Treppen zum Himmel“
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900
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Kupferplatteninschriften (Laguna) belegen Besiedlungen in und um Manila |
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1000 |
Handel mit chinesischem Porzellan beginnt. Chinesen gründen Handelsstützpunkte auf den Philippinen.
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1200 - 1300 |
Einwanderungswelle aus Borneo. Der Islam erreicht die südlichen Philippinen. |
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1240 |
Islamische Missionare auf Sulu. Relativ friedliche Missionierung der Stämme in den südlichen Philippinen zu Islam, da die Traditionen der einheimischen Stämme weitgehend toleriert wurden.
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1250 |
Schriftliche Gesetzestexte von Datu Sumakwei (Insel Panay)
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1380 |
Sharif Makdon lässt erste Moschee auf Sulu erbauen.
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1433 |
Datu (Häuptling) Kalantiaw von der Insel Negros veröffentlicht gleichfalls Kodizes. Der Datu steht an der Spitze der herrschenden Aristokratie, gefolgt von den Ehrenbürgern (Maharlikas), den freien Bürgern (Timaguas) und zwei Gruppen von Sklaven (Alipin). Die erste Gruppe von Sklaven waren in der Regel abhängige Bauern. Sie waren unverkäuflich und durften Besitz erwerben. Die zweite Gruppe waren Sklaven im engeren Sinn, nämlich entrechtete Leibeigene.
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1450 |
Errichtung eines Moslem-Sultanats auf Jolo unter Sultan Sharif-ul-Hasim Abubakr.
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1475 |
Der Islam breitet sich auf Mindanao und nachfolgend bis nach Zentral-Luzon aus.
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1494 |
Papst Alexander VI. teilte durch den Vertrag von Tordesillas die Welt zwischen den beiden konkurrierenden Seemächten Portugal und Spanien auf. Portugal beruft sich später vergeblich auf diesen Vertrag, um die spanischen Besitzansprüche auf die Philippinen anzufechten.
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1511 |
Portugiesen erobern Malacca (heute: Malaysia) und errichten einen wichtigen Handelsstützpunkt
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Anmerkung: Die Jahresangaben zur Frühgeschichte differieren in der Literatur stärker. Nicht wenige frühgeschichtliche Dokumente (z.B.: Gesetze, Legenden und Heldensagen) sind während des spanischen Kolonialreiches untergegangen. |
Spanische Kolonialzeit (1521 - 1898)
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16.03. |
1521 |
Ferdinand Magellan landet mit drei Schiffen („Conception“, Trinidad“, Victoria“) von der Spitze Südamerikas und dem Pazifik herkommend auf der kleinen Homohon Insel (östlich von Samar).
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29.03. |
1521 |
Magellan schließt auf der Limasawa Insel mit dem ihm freundlich gesonnen Häuptling Rajah Kulambo einen Freundschaftsvertrag.
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31.03. |
1521 |
Erste katholische Messe auf Limasawa
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14.04. |
1521 |
Die aus Flandern stammende Statue des Jesuskindes Santo Nino wird an eine Frau eines Häuptlings auf Cebu verschenkt.
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27.04. |
1521 |
Magellan, der nur über 60 Soldaten verfügt, verstirbt im Kampf mit dem - späteren Nationalhelden - Häuptling Lapu-Lapu auf der Insel Mactan.
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1525-1527 |
Auf der Suche nach Goldvorkommen weitere, eher erfolglose spanische Schiffsexpeditionen unter den Kapitänen de Loaysa, Cabot und de Saavedra.
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1529 |
Im Vertrag von Saragossa veräußert Spanien nicht existierende Gebietsrechte auf die Philippinen (falsche geografische Längenzuordnung) an die Portugiesen, die diese jedoch nicht politisch nutzen. Portugal beschränkt sich darauf, gegen spanische Expeditionen zu protestieren.
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02.02. |
1543 |
Kapitän Ruy Lobez de Villalobos landet auf dem Archipel und benennt die Inseln nach dem spanischen Kronprinzen Philipp II. (Siehe auch: „König Philipp II. und die Philippinen“), Er verbleibt nur acht Monate auf einer Insel östlich von Mindanao und segelt wegen Nahrungsmittelknappheit dann auf die Molukken weiter.
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13.02. |
1565 |
Miguel Lopez de Legaspi erreicht mit vier Schiffen und 380 Mann die Philippinen. Auf Cebu errichtet er die erste ständige Siedlung der Spanier. Er wird zum ersten spanischen Generalgouverneur auf den Philippinen ernannt. Es folgt eine rasche Hand in Hand gehende Christianisierung und Hispanisierung weiter Teile des dünn besiedelten Landes (geschätzte Einwohnerzahl: 750.000), die im Vergleich zur Kolonisierungsgeschichte Mittel- und Südamerikas weitaus friedlicher verläuft. Die spanischen Machthaber wollten keine Missionierung mehr mit „Schwert und Feuer“, insofern hatte man aus alten Fehlern gelernt. Zur schnellen Kolonialisierung der Landesteile trägt auch das Fehlen einer zentralen Macht bei. Francisco Collin (1606) schreibt in diesem Zusammenhang: „In diesem ganzen Archi-Pelago wusste man weder von einem König, noch von einem anderen Beherrscher, nichtsdestoweniger waren viele Königlein zu finden … Weil deren so viele waren, schwebte alles in beständiger Unruhe, und Unsicherheit von wegen dem immerwährenden Krieg, mit welchem einer dem anderen in den Haaren lag … bis endlich der ware Glaub sieg-prangend eingezogen, und diesen armen Leuten den Fried mitgebracht hat…“ Mit den Augustinern erreicht der erste Mönchsorden 1565 das Land. Es folgen die Franziskaner (1577), Jesuiten (1581) und Dominikaner (1587). Im Rahmen der Missionierung respektiert man in gewissem Umfang alte Glaubenstraditionen. Es beginnt insbesondere auf dem Land die „frailocracia“ (Mönchsherrschaft). Bei gegebener Einheit von Staat und Kirche (Theokratie) sind sie - neben der einheimischen „Principalia“ - auch der verlängerte Verwaltungs-Arm der spanischen Regenten in Manila und häufen umfangreichen Feudalbesitz an. Es wird behauptet, dass die Anzahl der Geistlichen während der spanischen Kolonialära die Zahl der spanischen Soldaten überstieg. Das spanische Militär bediente sich bei Kämpfen häufig starker philippinischer Hilfstruppen. Verdiente Spanier bekommen „Encomiendas“ (Ländereien) auf Zeit zugeeignet. Männlichen Filipinos zwischen 19 und 60 Jahren werden tributpflichtig und müssen Frondienste leisten. Für die Spanier lohnt sich wirtschaftlich der Besitz der Kolonie nicht. Die Kolonie erhält über Jahrhunderte Subventionshilfen aus dem spanischen Mexiko. Philipp II. hält mehr aus religiösen Gründen an der Kolonie fest. Später will man nicht auf die Philippinen verzichten, da es im Zusammenhang mit dem „Galeonenhandel“ wirtschaftlich wichtig ist. .
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1568 |
Die Portugiesen, die sich auf Besitzansprüche aus dem Vertrag von Tordesillas berufen, blockieren den Hafen von Cebu, werden aber von den Spaniern wieder vertrieben.
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1570 |
Zunächst freundschaftliche Kontakte der Spanier unter Martin de Goiti mit Rajah Suliman, dem mohammedanischen Herrscher von Manila. Missverständnisse über spanische Truppenbewegungen führen zu kriegerischen Auseinandersetzungen (1571), aus denen die Spanier als Sieger hervorgehen.
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24.06. |
1571 |
Manila wird zur Hauptstadt der Philippinen ausgerufen. Intramuros stellt den befestigten Teil der Stadt dar.
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1572 |
Der Herrschaftsbereich der Spanier wird auf die Region Bicol ausgedehnt. Die Bergstämme im nördlichen Luzon widersetzen sich lange Zeit den spanischen Kolonisatoren. Das gilt auch für das südliche Mindanao und insbesondere für die Inselgebiete in der Sulu-See, die im Laufe der Jahrhunderte nur sehr kurzfristig von den spanischen Machthabern erobert werden können.
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1574 |
Der chinesische Pirat Limahong greift Manila zweimal an, bis er zurückgeschlagen wird.
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1574 |
Erste kurzfristige Revolte gegen die Spanier unter Lakandula
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1569 |
Beginn des Galleonenhandels (1569 - 1815) zwischen China und dem spanischen Mexiko, Manila ist die Drehscheibe dieses Handels, nur über Manila - nicht direkt - darf der Handel abgewickelt werden (Handelsmonopol). Mexikanisches Silber und Münzen werden u.a. gegen Seide, Porzellangegenstände, Perlen und Gewürze ausgetauscht.
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1574 |
Der spanische König Philipp II. wird auch König von Portugal. Die Portugiesen verzichten fortan auf Gebietsansprüche.
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1576 |
Chinesen dürfen auf die Philippinen einwandern, werden aber immer wieder diskriminiert und auch ausgewiesen (Ausschreitungen gegen Chinesen u.a. in 1603, 1639, 1662 und 1782)
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1583 |
Großfeuer in Manila, das durch brennende Kerzen am Grab des Gouverneurs Penalosa ausgelöst wurde
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1590 |
Die Jesuiten gründen das Colegeo de Manila (spätere Bezeichnung: “Universidad de San Ignacio“)
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1600 -1670 |
Mehrere erfolglose Versuche der Holländer, Landesgebiete zu erobern |
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1603 |
Rebellion der Chinesen in Manila
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1611 |
Eröffnung der Universidad de Santo Tomas als älteste katholische Universität in Asien
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1622 |
Mehrere Revolten gegen den Abgabezwang in Bohol, Leyte, Samar und Panay. Anführer der über 85 Jahre anhaltenden Revolte auf Bohol (1744-1829) ist Francisco Dagohoy, der gegen die spanische Besatzung rebelliert.
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22.09. |
1762 |
Mit 13 Schiffen und 6.800 Mann greifen die Briten Manila an und nimmt es ein.
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1762 |
In der Provinz Ilocos bricht unter der Führung von Diego Silang eine Revolte aus, die sich am Abgabezwang entzündet. Der Aufstand ist zunächst erfolgreich. Das „unabhängige und freie Ilocos“ wird ausgerufen. Silang wird ein Jahr später von einem früheren Freund ermordet. Seine Frau führt den Kampf fort, wird jedoch besiegt und zusammen mit anderen Gefährten 1763 gehängt. ( siehe auch: Diego und Gabriela Silang - Los Indios Bravos)
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1763 |
Vertrag von Paris beendigt die britische Okkupation von Teilen der Philippinen (1764).
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1768 |
Vertreibung der Jesuiten auf päpstliches und königliches Geheiß. Ihre Güter fallen an den Staat.
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1774 |
Filipinos dürfen auch Priester werden.
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1787 |
Moro-Piraten plündern Bacolod (Insel Negros). Der Überfall auf Bacolod steht hier nur stellvertretend für viele andere, bis in die Hälfte des 19. Jahrhunderts hineinreichende Angriffe von Moro-Piraten insbesondere auf Ortschaften in Visaya und dem südlichen Luzon. |
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22.01. |
1809 |
Die Philippinen werden integraler Bestandteil von Spanien, dadurch erhalten die Filipinos die spanische Staatsbürgerschaft und ein Vertretungsrecht im spanischen Parlament (1810-1837). 1812 wird die liberale Cadiz Constitution verabschiedet. Diese wird aber nach der Niederlage von Napoleon 1816 wieder aufgehoben.
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1820 |
Steigerung der landwirtschaftlichen Produktion (Tabak, Zuckerrohr, Abaka)
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1828 |
Starkes Erdbeben, das Gebäude und Kirchen in Manila zerstört.
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1830 |
Der Hafen von Manila wird nach der Unabhängigkeit Mexikos Freihafen und für den internationalen Warenverkehr geöffnet.
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1835 |
Gründung einer ersten philippinischen Bank
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1839 |
Den Chinesen werden Berufsfreiheit und Niederlassungsrechte gewährt.
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1859 |
Die Jesuiten kehren auf die Philippinen zurück Sie übernehmen die Escuela Municipal in Intramuros, die spätere Ateneo de Manila Universität
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1838 |
Das Versepos „Florante at Laura“ von Francisco Balagtas wird veröffentlicht
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19.06. |
1861 |
Geburt Jose Rizals in Calamba (Provinz Laguna). Er entstammt einer mittelständischen Mestizenfamilie, die eine Hazienda von einem Orden gepachtet hatte. Rizal studiert Medizin, Philosophie und Literatur am Ateneo de Manila und der Santa Tomas Universität in Manila. |
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1863 |
Reform des Bildungssystems, es ermöglicht den Filipinos nun auch höhere Schulabschlüsse. Reichere Familien können Studien in Spanien finanzieren. Es entwickelt sich langsam ein zahlenmäßig kleines, liberal gesonnenes, gebildetes Besitzbürgertum und die kleine Elitegruppe der „Illustrados“
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1863 |
Die meisten Gebäude in Manila werden durch ein starkes Erdbeben zerstört (Ausnahme: San Augustin Church).
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1866 |
Reichskanzler Bismarck erhält über den deutschen Seekapitän Schück einen Brief vom Sultan von Jolo Jamal-ul-Alan, in dem dieser „seinen geliebten Bruder“, um Unterstützung in seinem Kampf gegen die Spanier bittet. Der Brief wird jedoch nicht beantwortet. Bismarck Der Brief wird jedoch nicht beantwortet. Bismarck sieht das Reich als noch „nicht reif genug“ für risikoreiche überseeische Schutzgebiete. ( Siehe hierzu auch: Seekapitän Hermann Schück)
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1867 |
Erstes deutsches Handelskonsulat in Manila
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1869 |
Eröffnung des Suez-Kanals. Er ermöglicht ständige Schiffsverbindungen zwischen den Philippinen und Spanien.
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1869 |
Reform der spanischen Kolonialverwaltung unter dem liberal gesonnenen Generalgouverneur Carlos Maria de la Torre. Er wird jedoch schon nach kurzer Zeit von konservativeren Gouverneuren abgelöst.
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1872 |
Etwa 250 Soldaten und Hafenarbeiter meutern in Cavite gegen Steuerpflichten und Arbeitszwang. Die drei Priester Gomez, Zamora und Burgos werden beschuldigt in die Verschwörung verwickelt zu sein und werden hingerichtet. Der zunächst nur lokale Vorfall bestärkt das erwachende nationale Bewußtsein und fördert die wachsenden Unabhängigkeitsbestrebungen.
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1872 |
In Spanien gründen Filipinos eine Reformbewegung, die Propaganda Movement. Sie strebt nicht nach der Unabhängigkeit der Philippinen, sondern fordert nur eine Teilautonomie und Sitze in der Cortes, dem spanischen Parlament. Auch Jose Rizal schließt sich dieser Bewegung an.
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1873 |
Der deutsche Ethnologe Feodor Jagor veröffentlicht sein Buch „Reisen in die Philippinen“
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1880 |
Fernkabelanschluss der Philippinen
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1882 |
Jose Rizal verlässt Manila, um in Spanien u.a. Medizin zu studieren.
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03.02. |
1886 |
Jose Rizal in Heidelberg
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1887 |
Rizals Roman „ Noli me tangere“ wird in Madrid veröffentlicht.
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1888 |
Filipinos (u.a. Jose Rizal, Marcelo de Pilar und Antonio Luna) gründen in Barcelona die Gruppierung „La Solidaridad“. Sie fordert für die Philippinen Informations- und Versammlungsfreiheit, Gleichheit vor dem Recht, Regierungsbeteiligung und Repräsentanz in der spanischen Cortes.
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1891 |
Rizals „El Filibusterismo“ wird veröffentlicht
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26.06. |
1892 |
Rizal kehrt auf die Philippinen zurück
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03.07. |
1892 |
Rizal begründet die politisch gemäßigte, jedoch antiklerikale „Liga Filipina“. Andreas Bonifacio schließt sich der etwas elitären Liga, die keinen großen Massenzuspruch findet, an. Siehe auch. „Der tragische Kampf des Andres Bonifacio“
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07.07 |
1892 |
Rizal wird wegen der Gründung der „Liga Filipina“ verhaftet und ohne Gerichtsurteil an den Verbannungsort Dapitan verbracht. Siehe auch: „Rizal in der Verbannung“)
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08.07 |
1894 |
Bonifacio gründet den Geheimbund „Katipunan“. Der Bund ist nationalistisch orientiert und will die spanische Unterdrückung beenden. Im Gegensatz zu Rizal befürwortet der Katipunan auch den Einsatz von Gewalt.
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19.08. |
1896 |
Die Katipunan-Verschwörung wird aufgedeckt. Einzelne Mitglieder werden verhaftet, den meisten gelingt es jedoch, in die Hügel von Balintawak zu flüchten.
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1895-1901 |
Verschiedene Publikationen Blumentritts über die Philippinen |
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23.08. |
1896 |
Bonifacio ruft die Revolution aus („Cry of Balintawak“). Die Beteiligen verbrennen u.a. ihre spanischen Ausweispapiere.
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06.08. |
1896 |
Rizals Verbannung wird aufgehoben, weil er sich verpflichtet für die Spanier als Militärarzt nach Cuba zu gehen.
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30.08 |
1896 |
Der Auffuhr der Katipunan verbreitet sich über acht Provinzen. Der spanische Generalgouverneur verhängt den Kriegszustand.
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02.09. |
1896 |
Rizal besteigt das Schiff, das ihn zunächst nach Barcelona bringen soll. Auf der Fahrt dorthin wird er als „Aufrührer“ neuerlich verhaftet und als Gefangener zurück nach Manila (Fort Santiago“) verbracht. Es erfolgt eine willkürliche Anklageerhebung, die mit dem Todesurteil (20.12.) endet. Man hatte ihn u.a fälschlich beschuldigt, Gründer der Katipunan-Bewegung gewesen zu sein.
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30.12. |
1896 |
Exekution Rizals. Er bleibt aber als der Nationalheld der Philippinen für zukünftige Generationen lebendig.
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29.04. |
1897 |
Aguinaldo wird von der Katipunan zum Präsidenten, Bonifacio nur zum Kriegsminister gewählt. Bonifacio will die Wahl Aguinaldos nicht akzeptieren.
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08.05. |
1897 |
Die Katipunero-Führung bezichtigt der Aufwiegelung und des Verrats und verurteilt ihn zu Tode.
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31.05. |
1897 |
Aguinaldo errichtet eine eigne Regierung, die jedoch nur kurzen Bestand hat. Die Verfassung von Biak-na-Bato wird verabschiedet.
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14.12. |
1897 |
Wegen der spanischen Übermacht entschließt sich Aguinaldo mit den Spaniern zu verhandeln. Im „Pakt von Biak-na-Bato“ verpflichten sich die Katipuneros, die Waffen niederzulegen, wenn die spanischen Machthaber ihrerseits Reformen durchführen und die Menschenrechte beachten. Gegen ein Entgelt von 800.000 Pesos willigt Aguinaldo ein, mit seinen Gefährten nach Hongkong ins Exil zu gehen. Rüdiger Siebert spricht in diesem Zusammenhang von einer „verkauften Revolution“.
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08.02. |
1898 |
Die amerikanische Regierung bittet Aguinaldo um Unterstützung in ihrem Kampf gegen die spanische Regierung. Aguinaldo willigt ein, da man ihm dafür Hilfestellung beim Kampf um die Unabhängigkeit der Philippinen verspricht. Vier Tage später erklären die USA Spanien den Krieg.
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01.05 |
1898 |
Die US Navy unter ihrem Flottenadmiral George Dewey greift Manila an. Es gelingt seinen Schiffen, innerhalb von Stunden die veraltete spanische Pazifikflotte handlungsunfähig zu machen. Auch andere Staaten wie Japan, Großbritannien, Frankreich sowie das Deutsche Reich senden Kriegsschiffe, um „Ihre Interessen“ zu schützen. Das deutsche Geschwader unter Otto von Diederichs ist dem amerikanischen Flottenverband überlegen. Der deutsche Flottenverband dreht jedoch ab, als sich die Briten auf die Seite der Amerikaner stellen.
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19.05. |
1898 |
Der ganz auf die amerikanischen Zusagen bauende Aguinaldo kehrt mit seinen Gefährten auf die Philippinen zurück. Er errichtet eine provisorische „diktatorische Regierung“.
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12.06. |
1898 |
Die philippinische Unabhängigkeit von Spanien wird in Kawit, Cavite proklamiert. Manila wird noch von spanischen Truppen gehalten. Die neue philippinische Flagge wird gehisst und die neue Nationalhymne erklingt. Siehe auch den Artikel: „Zur Flagge und Hymne der Philippinen“. Man spricht in diesem Zusammenhang auch von der 1. Philippinischen Republik.
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23.06. |
1898 |
Auf Ratschlag von Apolinario Mabini wird die „diktatorische“ in eine „revolutionäre“ Regierung („Malolos Republic“) umgewandelt
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17.07 |
1898 |
Die Amerikaner unter General Wesley E. Merrit verstärken ihre Truppenpräsenz auf den Philippinen auf 11.000 Soldaten. Ihre Einstellung gegenüber den Filipinos verändert sich langsam zu ändern.
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14.08. |
1898 |
Dennoch helfen Aguinaldos Truppen den Amerikanern bei der Eroberung von Intramuros. Die spanischen Truppen kapitulieren nach Scheingefechten.
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10.12. |
1898 |
Im Vertrag von Paris verkauft Spanien die vormalige philippinische Kolonie für 20 Millionen Dollar an die Amerikaner. Damit ist das Ende der 333-jährigen spanischen Kolonialzeit auf den Philippinen besiegelt.
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© Wolfgang Bethge, 2007